Mittwoch, 7. November 2012

Woche Nummer fünf!

Ihr Lieben,
Inzwischen läuft meine fünfte Woche hier in Kapstadt! Kaum zu glauben… inzwischen habe ich mich schon ziemlich gut eingelebt und langsam wird es hier richtig warm! Hier wird man auch einfach wahnsinnig schnell braun… Vor zwei Wochen hab ich mit Anne und Anna, die auch aus Deutschland kommt und hier in Grassy Park wohnt,  Semmelknödel mit Rotkraut und Champignonrahmsauce und zum Nachtisch Donauwelle für meine Gastfamilie gekocht :) Ist bei allen gut angekommen und besonders Faaidah war begeistert. Und sie hat mal erfahren wie es für Anne und mich ist, jeden Tag vor einem Haufen leckeren Essen zu sitzen und einfach wirklich nicht mehr essen zu können :D
Die Wochenenden sind hier immer richtig toll, es gibt einfach so viel zu sehen und zu machen. Vor drei Wochen waren wir im District 6-Museum. District 6 hieß ein Stadtteil Kapstadts, der während der Apartheid über mehrere Jahre zur Gänze geräumt und anschließend dem Erdboden gleichgemacht wurde, um Platz für eine weiße Siedlung zu schaffen. Ich finde es wichtig, so viel wie möglich über das Leben in Kapstadt und Südafrika während der Apartheid zu erfahren und habe auch von meiner Gastfamilie und den Skilleds schon einiges darüber gehört. Da ist zum Beispiel der Strand von Muizenberg, gar nicht weit von uns entfernt, der damals ausschließlich Weißen vorbehalten war. Allgemein durfte sich nach fünf Uhr niemand mehr auf der Straße aufhalten, oder es wurde geschossen oder Verhaftungen vorgenommen. Die Townships mit den sogenannten shacks (Wellblechhütten), wie zum Beispiel Khayelitsha, wo heute 1,5 Millionen Menschen leben, sind in dieser Zeit entstanden weil coloured und black people aus ihren Heimatvierteln vertrieben wurden.
Vorletztes Wochenende habe ich eine Dreitagestour mit einer Organisation aus Kapstadt gemacht, bei der man als Volunteer Rabatt bekommt… war trotzdem teuer genug, aber es hat sich gelohnt! Wir haben eine ganze Menge gesehen und so schnell wäre ich wahrscheinlich nicht zu den verschiedenen Orten hingekommen. Am ersten Tag waren wir in Hout Bay und haben mit einem Boot eine kleine Tour zum Seal Island gemacht, da waren jede Menge Robben. Ich war froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte weil die Wellen wegen schlechtem Wetter ziemlich hoch waren:D Dann ging es weiter zum Kap der Guten Hoffnung und da kam auch zum Glück ein bisschen Sonne raus:) Wir sind vom Cape of Good Hope – der südwestlichsten Spitze Afrikas! - dann nach Cape Point (eine steile Klippe, auf der ein Leuchtturm draufsteht) gewandert. Weiter ging es über Muizenberg, wo es einen berühmten Surferstrand gibt, zum Eis essen; und danach nach Stellenbosch. Das ist nicht nur (wie ich vorher geglaubt hatte) ein bekanntes Weinanbaugebiet, sondern auch eine (Studenten-)Stadt mit der einzigen Universität weltweit an der man Wein studieren kann:) Daher haben wir nach einer Nacht im Hostel am nächsten Morgen (auf so gut wie nüchternen Magen haha) cheese,  wine and chocolate tasting gemacht wobei wir ungefähr viermal am Käsebuffet (als unser Frühstück…) vorbeigelaufen sind… die Käsesorten, darunter sowas exotisches wie Schafskäse mit Aprikosen oder Cranberries, waren einfach unglaublich lecker!!
Über Mittag waren wir in Franschhoek – ähnlich wie in Stellenbosch kann man sich dort  gar nicht richtig vorstellen, in Südafrika zu sein… es gibt einfach total viele grüne Bäume (von den Holländern importiert), wunderschöne viktorianische Häuser und wir waren auf einem total süßen village market:) Leider sieht man dort auch hauptsächlich nur Weiße… Am Nachmittag sind wir nach Agulhas gefahren – dort gibt es das Cape Agulhas, an dem indischer und atlantischer Ozean aufeinander treffen, die südlichste Spitze Afrikas! Wir haben dort in einem richtig tollen Backpackers übernachtet – abends gab es ein richtig tolles Braai (das ist Afrikaans – Barbecue sagt hier keiner) mit tollem Brot und Salat. Als Vegetarier bekam man eine butternut (so heißt hier ein bestimmter wahnsinnig leckerer Kürbis, den es auch bei uns in der Familie öfter gibt) gefüllt mit Fetakäse – seehr gut:) Am nächsten Tag ging es nach Hermanus, einer kleinen Küstenstadt, in der man vom Land aus Wale in der Bucht beobachten kann:) Wir haben tatsächlich auch nach nicht mal zehn Minuten zwei entdeckt, es ist nur schwierig im richtigen Moment ein Bild zu machen:) Danach waren wir in einer unglaublich goldigen belgischen Bäckerei dort im Ort... dort gabs auch anständiges Brot!:D Ich kann ja so bald keinen Toast mehr sehen… Unser letzter Stop war in Betty's Bay bei einer Pinguinkolonie... ich hoffe ich kann bald Bilder von alldem hochladen, das mit dem Hochladen im Internetcafe ist hier immer so ein Drama!
In meinem Projekt läuft es gut, man beginnt nach einer gewissen Zeit einfach immer mehr seinen Platz zu finden. Einige der Skilleds mag ich inzwischen echt gern, Farook und Lisl bringen mir immer ein bisschen Afrikaans bei wenn ich mit ihnen arbeite und dann wird sich morgens manchmal mit Goeiemôre, hoe gaan dit met jou? (…Goed, dankie, en met jou?) begrüßt:) Seit zwei Wochen ist auch noch David hier, er ist Volunteer für sechs Monate und kommt auch aus der Nähe von Stuttgart. Mit Farook und Elenor hatten wir letztens ein ziemlich interessantes Gespräch während unserer Mittagspause… es ging um Geschichte und Politik Südafrikas und Deutschlands (der zweite Weltkrieg ist hier ein sehr beliebtes Thema) und zum anderen um die beiden selbst und ihre Arbeit im Reserve… ich wusste zwar schon vorher, dass das Skilled Development Programm nur einen sehr geringen Lohn beinhaltet, aber dass letzten Endes nicht mehr als dreihundert Rand (etwa dreißig Euro) für Lebensmittel im Monat bleiben, hat mich doch ziemlich erschrocken. Vorletzte Woche hatten Flo und Farook eine Beinahebegegnung mit dem Hippo… sie waren mit einem kleinen Boot auf einem der pans draußen um eine Barriere für die Wasserpflanzen, die sich hier so schnell ausbreiten, zu befestigen, und auf einmal tauchte das Hippo zwischen eben diesen Hyacinths auf… Die beiden waren zum Glück schneller als das Hippo, aber natürlich war das erstmal ein Schock. Wenn ich das richtig verstanden hab, wird man versuchen es zu fangen sobald es in einem kleineren See gesichtet wird, den man dann einzäunen kann. Danach soll es dann ans Eastern Cape in einen anderen Park verfrachtet werden, mal sehen wie lange das noch dauert…
Einen bestimmten Tagesablauf hab ich eigentlich nicht, ich bin morgens immer erst mal im Headoffice in Zeekoevlei und erfahre da dann von Erica, was für den Tag geplant ist. Wir machen immer ganz unterschiedliche Sachen… letzte Woche haben wir Holzschilder, auf denen die Nummern der pans draufstehen, abgeschliffen (oder teilweise eher mit dem Messer abgekratzt) und neu gestrichen, was ein paar Tage gedauert hat… jetzt stehen die Schilder wieder an Ort und Stelle und sehen ein kleines bisschen besser aus als vorher;) Letztens war ich das erste Mal mit beim ‚Hippo Monitoring‘. Asieff (der Chef von allem hier) hat mich um neun abends zuhause abgeholt und dann sind wir durch einen Großteil vom Reserve gefahren und haben die Umgebung mit einem kleinen Scheinwerfer abgeleuchtet… leider war keine Spur vom Hippo zu sehen, was aber wahrscheinlich am starken Wind und am Vollmond lag. Dafür haben sich immerhin ein Grysbok, eine Eule, ein Frosch und ein water mangoose (das sind so süße kleine Wiesel die hier überall rumlaufen) blicken lassen.
Am Freitag hatten wir was richtig tolles vor… wir haben in Rondevlei  bird ringing gemacht. Vor anderthalb Wochen waren wir schonmal mit dem Boot auf dem See draußen und haben Ausschau nach Küken gehalten, da waren sie aber noch zu klein. Letzten Freitag war dann aber ein guter Zeitpunkt und wir sind zusammen mit einem Ornithologe von der University of Cape Town rausgefahren, der die ganze Ausrüstung dafür hatte. Von uns Volunteers hat dann jeder ein chick auf den Arm bekommen und dann wurden die Kleinen gewogen, gemessen und mit Ringen versehen:) Ich hatte einen Blackheaded Heron (Reiher), der sich am Anfang noch ein bisschen gewehrt hat, aber dann war er lieb (oder einfach nur in Todesangst, der Arme)… Am selben Nachmittag sind wir dann noch mit Erica und einer Freundin von ihr nach Agulhas gefahren (ja, ich war zwei Wochenenden hintereinander da…:) um zwei Tage dort zu verbringen, weil sich für Anne die Western Cape Tour nicht gelohnt hätte, aber sie unbedingt nochmal dort hinwollte. Wir zwei konnten im Ferienhaus von Cecile (Ericas Freundin) wohnen, was wirklich riesig war und wir hatten es ganz für uns alleine:) Ein bisschen hat es uns an ein Museum erinnert – voll mit alten Möbeln, und weil irgendein netter Verwandter die Gasflasche geklaut hatte, hatten wir erstmal nur eiskaltes Wasser. Ich konnte dann aber bei dem Onkel von Cecile im Haus nebenan duschen und es kam mir wahnsinnig luxuriös vor, nach fast vier Wochen wieder durchgehend warmes Wasser zu haben. Bevor ich ins Bad kam, wurde ich aber erst noch herzlichst empfangen, mit Tee und Keksen versorgt, der Katze vorgestellt und für den nächsten Besuch ins Gästezimmer eingeladen:) Agulhas und der Nachbarort Struisbaai haben zusammen nicht mehr als 3000 Einwohner und dementsprechend herrscht eine sehr ruhige Atmosphäre… aber die Leute dort sind einfach wahnsinnig freundlich und hilfsbereit. Freitagabends waren wir bei Ericas Familie zum braai eingeladen, was natürlich wieder viel leckeres Essen bedeutet hat… Am Samstag haben wir ein paar Läden und den winzigen Hafen in Struisbaai angeschaut, mit kleinen Fischerbooten im türkisblauen Wasser die wirklich wie dort hingemalt aussahen und abends italienisch gegessen:) Am nächsten Morgen sind wir schon um halb fünf aufgestanden, weil wir unbedingt den Sonnenaufgang über dem Meer von einem Berg hinter dem Haus anschauen wollten… also haben wir uns eine Decke und heiße Schokolade in einer Thermoskanne mitgenommen und sind losgewandert. Leider waren zu viele Wolken am Himmel, als dass wir was hätten sehen können…also sind wir nach zwei Stunden zurück ins Bett:) An dem Tag waren wir dann noch am Cape und auf dem Leuchtturm, haben uns eine richtig tolle afrikaanse Zeitschrift mit wahninnig gut aussehenden Rezepten geholt und abends wieder nebenan bei Ericas Familie gegessen – es war einfach ein richtig tolles Wochenende.
Nächsten Freitag kommt noch eine Norwegerin für vier Wochen zu uns in die Familie, ich hab sie sogar schon kennengelernt, weil sie am selben Tag wie ich hier in Kapstadt angekommen ist. Am Samstag sind wir dann wahrscheinlich nochmal in Stellenbosch, weil Cecile uns auf ihre Farm eingeladen hat, und am Sonntag am Bloubergstrand (ein Surferstrand etwas außerhalb von Kapstadt mit Blick auf den Tafelberg) wenn alles klappt – ich bin schon gespannt!
Ich hoffe ich kann bald alle Bilder hochladen, ansonsten freu ich mich immer über Nachrichten und nicht böse sein wenn es etwas länger dauert, sie zu beantworten… unser Internetcafe macht manchmal einfach früher zu oder es gibt keine electricity oder keine freien Computer… dann dauert es manchmal einfach eine Weile:D
Ganz ganz liebe Grüsse ins kalte Deutschland :)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Erste Woche in CT

Hej ihr Lieben!
Ich habe es nicht geschafft mich früher zu melden, bei mir ist jeden Tag so viel los und wenn ich im Internetcafe bin schaffe ich es gerade so, alle Nachrichten und Mails zu beantworten und dann ist meistens meine Zeit schon um:)
Ich habe es wirklich gut angetroffen. Ich fühle mich in der Familie richtig wohl und Anne, die dort schon seit zweieinhalb Monaten wohnt und mit der ich mir jetzt ein Zimmer teile, ist echt eine ganz Liebe. Zur Zeit wohnen hier neben der Gastmutter, Faidaah, mit der wir uns oft unterhalten und die wirklich total nett ist, ihrem Mann Mahavia, meinen 17- und 21-jährigen Gastbrüdern und der neunjährigen Gastschwester fünf weitere Familienmitglieder auf Zeit. Zum einen Anne und ich, dann zurzeit zwei Schwestern aus der französischen Réunion (die aber nur zwei Wodchen da waren und auch am Freitag schon wieder abreisen) und Flo, der auch aus Deutschland kommt und im selben Projekt arbeitet wie ich.
Meine Gastmutter kocht leidenschaftlich und wahnsinnig gut und vor allem viel. Ich werde hier auf jeden Fall nicht verhungern, eher als Kugel zurück kommen:D Inzwischen haben Anne und ich angefangen, ein paar Rezepte aufzuschreiben um die Sachen irgendwann in Deutschland nachkochen zu können. Da gibt es zum Beispiel Rotis, sehr leckere (und ölige:D hier ist alles sehr fetthaltig, die Südafrikaner lieben es alles zu frittieren) Pfannkuchen die mit butter chicken gegessen werden, und Pumpkin frittas (keine Ahnung wie man das schreibt) – frittierte Kürbiscremeteilchen, die süß mit Zimt serviert werden. Mit Abstand am besten sind aber Flapjacks, das sind ganz tolle fluffige Minipancakes, zu denen es eine Creme aus Lindtschokolade (ja, das gibt es hier!) gab hat. Ich habe eine Kategorie für die Rezepte aufgemacht - es wird sich lohnen, denn ich glaube wir haben noch lange nicht genug gesammelt:) Ihr seht schon, da ich dem Essen einen ganzen Absatz widme, kann es mir in der Hinsicht wirklich nicht schlecht gehen...
Jetzt seid ihr aber bestimmt gespannt, wie es in meinem Projekt läuft. Zum Rondevlei Nature Reserve laeuft man eine ganze Strecke, etwa 25 Minuten, obwohl es eigentlich nur zwei Straßen hinunter sind. Nur sind die sehr sehr lang:) Mein eigentliches Projekt ist die Strandfontein Birding Area und diese befindet sich im Zeekoevlei Reserve. Das gehört hier alles zum False Bay Nature Reserve - das wirklich groß ist – es gibt auch noch einen weiteren Teil namens Zandvlei, aber das waren dann glaube ich alle;) Da Scott und Shannon (zwei Studenten, die hier grade ein Praxisjahr machen) auf dem Gelände von Rondevlei wohnen, kann ich morgens dort von ihnen mitgenommen werden nach Zeekoevlei. Das allgemeine Transportmittel ist hier der Bakkie (ein Pick-up), der offiziell zweieinhalb Sitze hat (zweieinhalb, weil sich die in der Mitte sitzende Person ziemlich schmal machen muss damit man schalten kann:D) - aber es gibt ja noch die Ladefläche sodass man eine ganze Menge Leute transportieren kann, was echt witzig ist:) Die Fahrt nach Zeekoevlei dauert dann nochmal knapp zehn Minuten und wir holen meistens noch ein paar Leute, die ebenfalls dort arbeiten, ab. Hier gibt es ein Skilled Development Programm, das derzeit sechs Leuten aus den umliegenden Communities die Chance gibt, ihren CV (also Lebenslauf) aufzubessern. Dadurch arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen im Reserve.
Meine Ansprechpartnerin und die Person, der ich meistens assistiere, ist Erica. Sie ist Südafrikanerin, noch ziemlich jung, hat in England Life Science studiert und arbeitet erst seit drei Monaten im Reserve. Sie ist ein ziemliches Energiebündel, an sich gibt es dadurch eigentlich immer was zu tun, manchmal hab ich aber trotzdem ne Stunde in denen ich darauf warte was eigentlich als Nächstes passiert und eine neue Aufgabe bekomme:) Dadurch dass wir für die eigentliche Arbeit immer vom Büro ins Reserve hinausfahren, vertreibe ich mir dann die Zeit im Office mit einer Tasse Rooibostee (mit Milch! Hätte nie gedacht, dass ich davon Fan werde) oder indem ich in das Buch von Kadi, Duygu, Mia und Isi schreibe;). Meine Aufgaben sind ganz unterschiedlich. Zweimal wöchentlich gibt es morgendliche Bird Counts. Ich bin gerade dabei, die englischen Namen der meisten Arten zu lernen und habe mir dafür an einem Tag, an dem es nicht so viel zu tun gab, aus Robert’s Birds of Southern Africa ein paar Seiten kopiert… das ist total interessant. Es gibt Enten, Reiher, Ibisse, Pelikane, Francolins ... die schönsten sind aber die Flamingos und davon gibt es wahnsinnig viele – über zweitausend! Mittwochs werden immer die Flamingos gezählt und das ist gar nicht so einfach, weil sie zum einen eben unglaublich viele sind und meistens auf einem Haufen stehen und zum anderen manchmal vor dem Bakkie davonfliegen und in einem ganz anderen See landen. Es sieht einfach atemberaubend aus, wenn ein Meer aus pink-schwarzen Flügeln auf einmal losfliegt:) Das Reserve ist einfach wunderschön mit den ganzen Seen (pans) und ganz am anderen Ende von Zeekoevlei fängt hinter den Dünen schon das Meer an. Außer Vögeln gibt es auch Daykas (Rehe) die manchmal einfach im hohen Gras auftauchen, einige Wiesel und Hamster und Otter und anscheinend auch einige Schlangen, die ich aber zum Glück noch nicht zu Gesicht bekommen habe (bis auf zwei Exemplare, die in Rondevlei im Terrarium hausen). Oft gibt es natürlich auch Arbeiten die weniger toll sind, aber irgendwie trotzdem Spaß machen. Im Reserve gibt es einige invasive species, also Arten die da nicht hingehören, und das größte Problem sind derzeit Water Hyacinths, die ihre Fläche innerhalb von zwei Wochen verdoppeln und irgendwann einmal sämtliche pans bedeckt haben. Inzwischen gibt es nur noch zwei Seen, die zu einem größeren Teil davon betroffen sind, alle anderen wurden aufwendig freigeschaufelt. Um sicherzugehen, dass die Teile sich nicht nochmal ausbreiten, müssen immer follow-ups gemacht werden – d.h. Kontrollgänge rund um die Seen oder Kanäle und gegebenenfalls die Pflanzen herausfischen. Manchmal muss aber auch einfach Müll aufgesammelt oder Pflanzen zurückgeschnitten werden, aber in der Umgebung fällt das einem wirklich leicht.
Außerdem muss zurzeit jeden Abend Hippo Monitoring gemacht werden. In Rondevlei gibt es mehrere Hippos, von denen eines (oder auch zwei, das weiß keiner so genau) nach Zeekoevlei ausgebrochen ist und sich dort seit einigen Wochen herumtreibt… das Problem dabei ist, dass Zeekoevlei nicht komplett eingezäunt ist und daher in der Vergangenheit schonmal ein Hippo in irgendwelchen Gärten in Grassy Park aufgetaucht ist ... Da es sich tagsüber meistens versteckt und nur nachts auftaucht, gibt es immer abendliche Bakkierundfahrten um nach dem Hippo Ausschau zu halten – letzte Woche wurde es dabei zweimal gesichtet und nach einer durchwachten Nacht sogar fast gefangen, es hatte sich nur dummerweise einen der größten aller pans ausgesucht und der Aufwand wäre viel zu groß gewesen, den gesamten See einzuzäunen. Ich werde wahrscheinlich nächste Woche mal abends mitfahren (bis jetzt ging das noch nicht, weil ich noch irgendeine Indemnity Form unterschreiben muss), also mal sehen ob ich Bilbo zu Gesicht bekomme:)
Grassy Park, der Ort oder Stadtteil in dem ich wohne, hat viele unterschiedliche Gesichter. Fünf Minuten Busfahrt von meiner Straße entfernt gibt es einige Siedlungen, die größtenteils aus Shacks (winzigen Blechhütten) bestehen. Auf dem Weg zum Reserve stehen andererseits einige ziemlich große Häuser, die man schon fast als Villen bezeichnen könnte. Im Reserve selbst gibt es auf einer Halbinsel im größten See ein paar riesen Haeuser direkt am Wasser und einen Yacht- und Segelclub... Das ist Kapstadt: Solche Kontraste innerhalb von wenigen Minuten. 
Wir sind am Samstagmorgen in die Stadt hineingefahren. Das funktioniert hier so: Man stellt sich vor die Haustür, wartet bis ein Minibus vorbeifährt aus dem jemand Wynberg! schreit und steigt ein. Drinnen bezahlt man seine sechs Rand (sechzig Cent) für eine viertelstunde Fahrt, in dem man das Geld einfach seinem Vordermann in die Hand drückt. Einer in der ersten Reihe muss dann alles einsammeln. Das Wochenende war der Hammer, wir haben in einem super Hostel namens Penthouse uebernachtet (im 22-Bett-Zimmer im sechsten Stock, mit Dachterasse und wahnsinns Aussicht) und waren zuerst ein bisschen auf der Long Street einkaufen, abends dann in Camps Bay, einem ziemlich reichen Kuestenort zehn Minuten ausserhalb von Kapstadt. Das war echt wunderschoen da. Wir haben zuerst Unmengen von Fotos am Strand gemacht, dann waren wir in einer super Bar essen. Essen kann man hier fast immer unter zehn Euro. Den Abend zurueck im Hostel haetten wir dann gemuetlich auf der Dachterasse mit hammer Essen verbringen koennen (weil da eine Party war und das Geburtstagskind uns eingeladen hat), haette uns nicht irgendein Suedafrikaner der selber nicht mehr wusste wie er dort hinkam anderthalb Stunden zugetextet... in dem Hostel sind eh ziemlich viele schraege Leute, einer wohnt da irgendwie schon seit drei Monaten und hat sich ne ganze Ecke fuer sich eingerichtet, aber es ist richtig toll da:) Am Sonntag waren wir dann an der waterfront fruehstuecken und sind danach mit einem Taxi hoch auf den Signal Hill gefahren... von dort aus hat man einen traumhaften Blick ueber Kapstadt, Sea Point, die Waterfront, Robben Island und natuerlich das Meer:)
Ich versuche sobald es geht, noch ein paar Bilder hochzuladen. Meine Zeit ist mal wieder fast abgelaufen obwohl ich diesmal das meiste vorgeschrieben habe und hier kann man nicht wirklich planen... Anne und ich sind gestern und vorgestern zweimal die fuenfzehn Minuten zum Internetcafe gelaufen nur um jedesmal festzustellen dass es zu hatte:) Ich kann aber auch manchmal vom Reserve aus ins Internet, nur facebook funktioniert da nicht, damit die Leute dort nicht die ganze Zeit dadrin sind:D
Ich schicke euch ganz liebe Gruesse auf die andere Erdhalbkugel!

Dienstag, 9. Oktober 2012

It's me again

Hallo ihr lieben!
Ich befinde mich gerade im Internetcafe und habe noch etwa zehn minuten zeit also wird das ein kurzer Eintrag:)
Gestern morgen waren wir im Buero von SASTS und haben dort jede Menge Infos bekommen... die Leute dort sind alle echt nett, man fuehlt sich eigentlich ziemlich gut aufgehoben. Danach haben wir eine kurze tour durch die stadt gemacht und die wichtigsten Plaetze gezeigt bekommen (also Bahnhoefe und so was). Dann bin ich zu meiner Familie gekommen und wahnsinnig herzlich empfangen worden:) Ich fuehle mich hier eigentlich vom ersten Moment an sehr wohl. Heute war dann mein erster Tag im Nature Reserve, der insgesamt auch sehr positiv war:) Wenn ich das naechste Mal hier bin, versuche ich was auf meinem Laptop vorzuschreiben und den Stick mitzunehmen, dann gibt es nicht nur die Kurzfassung. :)

Ganz ganz liebe Gruesse auf die andere Seite der Welt:)

Sonntag, 7. Oktober 2012

Destination: CPT

Soo, ich habe es geschafft und bin tatsächlich in Kapstadt angekommen! (Danke nochmal an Amelie, dass du mit zum Flughafen gekommen bist!)
Es hat alles ziemlich gut geklappt, außer dass ich mich immer ziemlich beeilen musste beim umsteigen in London und Johannesburg und der nette Gepäcktrolleyschieber auf einmal 200R (20 Euro) haben wollte (hab ihn auf die Hälfte runtergehandelt, aber war ja eigentlich klar und auch irgendwie witzig). Das kommt davon, wenn man auch nur ein bisschen verloren ausschaut:) Ab da bin ich dann immer ziemlich zielgerichtet durch die Gegend gelaufen, dann klappts um einiges besser. Im Flugzeug ab London hab ich eine Norwegerin kennengelernt, die für zwei Wochen Juravorlesungen in Camps Bay (Nähe Kapstadt) hält und daher den gleichen Weg (auch über Johannesburg) hatte wie ich. Außerdem hatte sie drei Jahre in Heidelberg studiert und konnte ziemlich perfekt deutsch:) Am Flughafen in Kapstadt hab ich dann tatsächlich im Schilderwald den Backpackerbusfahrer entdeckt und dann sind wir mit einer anderen Deutschen (Stuttgarterin!), einer Norwegerin und vier Schweizer(innen) zu unserem Backpackers gefahren. Dort kamen dann auch gerade eine Menge anderer SASTS Leute an... wenn ichs richtig verstanden habe sind wir morgen 34 für unsere Orientation Tour, verteilt auf verschiedene Hostels. wir haben dann noch zu dritt einen kleinen Ausflug an die Waterfront (der Hafen, sehr touristisch und mit Luxusshoppingmall aber wunderschön) unternommen und waren anschließend mit den anderen Mädels essen.
Ich melde mich bald wieder wenn ich Gelegenheit habe!
Love



Mittwoch, 19. September 2012

Die Zeit rennt!

Jetzt sind es nur noch zweieinhalb Wochen!
Es gibt Neuigkeiten: ich habe seit kurzem eine Gastfamilie und ein Projekt! 
Wohnen werde ich in Grassy Park, etwa eine halbe Stunde von Kapstadts Innenstadt entfernt, in der Nähe des False Bay Nature Reserve in dem sich mein Projekt befindet. Erfahren habe ich davon noch bevor mich der Brief von meiner Organisation erreicht hat, da Anne, die ich schon auf dem Vorbereitungsseminar in Bonn kennen gelernt habe, in der gleichen Familie wohnt und eines Tages mein Brief dort eingegangen ist :)
Außerdem kam heute eine Mail in der ich lesen konnte, dass ich an meinem Orientierungstag auf drei weitere deutsche Mädchen treffen werde was mich sehr gefreut hat... vielleicht treffe ich ja schon jemanden auf meinem Flug?

Liebe Grüße
Kirsten

Montag, 3. September 2012

Nichtmal fünf Wochen!

So bald geht es schon los! Zum Glück sind die wichtigsten Dinge schon erledigt: Reisepass, Versicherung, Geldkarte(n), Impfung (fast) ... trotzdem gibt es noch einiges zu tun und natürlich warte ich gespannt auf die Information, in welches Projekt ich endgültig komme und in welche Gastfamilie. Das erfahre ich gegen Ende des Monats, bis dahin muss ich mich noch ein bisschen gedulden :)

Nachdem ich mit meinem ersten Versuch nicht ganz zufrieden war, hab ich mich für einen neuen entschieden und hier ist also endlich mein Südafrika-Blog!

Ich werde versuchen, so oft wie möglich hier zu berichten und natürlich viele Bilder hochzuladen, um euch ein bisschen an meiner Zeit in Kapstadt teilhaben zu lassen :)

Liebe Grüße
Kirsten