Februar und März
Am ersten Februarwochenende hatten Jana und ich einen zweiten Versuch
gestartet, auf Robben Island zu kommen... wie konnte es anders sein, als dass
wir (nach einer längeren Nacht und etwas zu ausgiebigem Katerfrühstück) viel zu
spät dran waren und in diesem Fall die liebe African Time nichts daran ändern
konnte, dass die Fähre direkt vor unserer Nase abfuhr. Ein drittes Mal haben
wir es nicht probiert:) Diesen Teil südafrikanischer Geschichte muss ich mir
anders aneignen, aber über das Museum gibt es ohnehin geteilte Meinungen. Wir
fanden es dann aber eh viel gemütlicher, im moyo's an der waterfront (das tolle
Restaurant mit dem face painting) zu entspannen und death by chocolate-Kuchen
zu futtern!
Mit essen ging es dann auch weiter... abends haben wir nämlich noch ein
tolles Restaurant namens Marco's African Place ausprobiert - ein bisschen so
wie das Mama Africa auf der Longstreet, aber nicht so touristisch überlaufen
und vor allem nicht so teuer! Jana war sehr mutig und hat sich Masonja, Raupen
mit so ner Art Salsa, bestellt... ich habs auch probiert und muss sagen, wenn
man nicht daran denkt was es ist, ist es echt gut!:) Danach habe ich mich mal
allein auf den Weg ins Penthouse gemacht (auch mal ne coole Erfahrung) und am
nächsten Morgen (nach Herumirren in der Stadt und vergeblicher Suche nach einem
Frisör :D) auf dem Green Market Square ein paar Souvenirs geshoppt:) Weil es
Max letzter Tag war, gab es am Nachmittag braai bei seiner und Davids
Gastfamilie... der Großteil des Essens war aber leider schon vorbei als ich
ankam…
Am darauffolgenden Montag sind wir im Projekt auf eine verletzte Egyptian
Goose gestoßen, die wir zum SBCA gebracht haben - eine Tierschutzstation in
Grassy Park. Ich war total begeistert von der Station, weil alles total neu war
und es einiges zu sehen gab (ziemlich giftige Schlangen etc.). Und die kleine
Babyeule, die ursprünglich mal im Office auf dem Schreibtisch herumkrabbelte,
war einfach riesig geworden! Nachmittags haben Flo und ich einen Trip nach
Wynberg zum Shoprite (Ticketverkauf) gemacht und für alle Karten für das
Skrillex-Konzert an meinem letzten Wochenende geholt.
Der Dienstag brachte einen ziemlichen Hammer... nachdem wir mal wieder
Nizaam einen Besuch abgestattet hatten, haben wir mehr zufällig auf der Fahrt
durchs Reserve ein totes Hippo in einem Kanal gefunden. Wir vermuteten dass es
Bilbo war, den wir ja die ganze Zeit versucht hatten einzuzäunen. Es stellte
sich ziemlich schnell heraus, dass er von einem Rivalen getötet worden sein
musste. Nach einigem Hin und Her konnte das Hippo mit einem Bagger aus dem
Kanal geborgen werden... noch am selben Abend sind wir allerdings beim Monitoring
mit Iain und David auf einen quitschlebendigen Bilbo in S3 gestoßen:D Der
Freude über das "wiederaufstandene" Hippo folgte die Erkenntnis, dass
er nun leider vermutlich der Mörder war...
Am Wochenende habe ich mich mit Jana und Dennis, ihrem Besuch aus
Deutschland, (wieder einmal) in der Old Biscuit Mill getroffen. Danach sind wir
zum Hostel und haben (am 9. Februar!) Davids Weihnachtsgeschenk ausgepackt dass
er endlich bei der Post bekommen hatte;) Anschließend war geplant, in Canal
Walk shoppen zu gehen und danach zu feiern...mir gings aber leider nicht so
gut. Am nächsten Morgen war ich wieder fit und wir waren zum zweiten Mal im
Mzoli's, dem Townshiprestaurant in Gugulethu und anschließend mit vier
Schweizern in deren Villa in Camps Bay Junggesellenabschied feiern…und im Mzoli's
stand vor mir übrigens plötzlich eine Bekannte aus Deutschland, die mit mir
zusammen Abi gemacht hat!
Am nächsten Tag war dann mein erster Tag im Kindergarten ... ich wollte für
die letzten drei Wochen noch in ein anderes Projekt schauen und es hat mir auch
gut gefallen und hab deshalb mit Andrea den Arbeitsplatz getauscht (letzten
Endes sind aber nur zwei Wochen daraus geworden, weil ich doch noch länger ins
Reserve zurück wollte;) Die meisten Leute da waren sehr nett und die Kinder
total süß, ich habe mich ganz gut einbringen können, habe aber auch Erfahrungen
mit anderen Auffassungen von Erziehungsmethoden gemacht. Insgesamt bin ich sehr
froh, vier Monate im Reserve verbracht zu haben. Ich glaube, die Arbeit die man
dort macht, ist zum einen abwechslungsreicher und zum anderen viel nachhaltiger
- man kann wirklich sehen, was man gemacht hat. In der Zeit haben wir es zum
Beispiel geschafft, die Hyacinths in unserem Gebiet vollständig loszuwerden.
Viele Volunteers in den sozialen Projekten wussten meiner Erfahrung nach oft
erstmal nicht so recht, was sie tun sollten, während wir richtig eingebunden
waren. Trotzdem sind auch die Projekte in Kindergärten und Schulen wichtig, ich
glaube nur, dass man in einigen der Kapstädter Projekten nur einer von vielen
Freiwilligen ist und die Kinder wahrscheinlich nur wenige länger im Gedächtnis
behalten.
Mittwochs kam Flos Kumpel Johannes aus Deutschland an, der ihn für sechs Wochen
besuchte und in der Zeit auch im Reserve arbeitete. Andrea und ich haben nach
dem Arbeiten noch einen kleinen Trip zur Blue Route Mall unternommen und uns
einen girls day beim Frisör gegönnt:) Am nächsten Tag war Valentinstag und
David und ich waren mit Allison und Terence und Freunden von ihnen abends essen
in einem Restaurant, das total süß dekoriert war… Aashiqah, eine Freundin von
Allison, hat allen Mädels einen Umschlag in die Hand gedrückt und uns Gutscheine
für ein Brunch in dem Hotel, in dem sie arbeitet, geschenkt. Das war aber nicht
irgendein Hotel, sondern das
Kapstädter Fünf-Sterne-Hotel „One and Only“ an der Waterfront. Haben uns natürlich
total gefreut.
Nach der ersten Woche in der "creche", die ich in Teacher Jameelas
Babygruppe verbracht hatte (am Donnerstag waren wir sogar mit allen im
Schwimmbad), ging es für David und mich Freitag in die Stadt (und im PicknPay
Großeinkaufen) und Samstagmorgen um sieben in der Früh mit einem verrückten
Taxifahrer los zum Eingang des Cape of Good Hope National Park ... und von dort
aus mit unseren vollgepackten Rucksäcken ab zum Kap, erste Tagesetappe vierzehn
Kilometer. Wir hatten uns für die Overnight Huts angemeldet, in denen wir mit
zehn Anderen (alles Studenten aus Stellenbosch) übernachtet haben. (Ein Glück
hatten die Leute am Gate noch zwei Plätze für uns, weil unsere Buchung
zwischenzeitlich untergegangen war…) Nachdem wir unsere Sachen dort abgelegt
hatten, gab es einen kleinen Sprint zum Cape Point und danach zum Kap der Guten
Hoffnung ... beides innerhalb von einer halben Stunde, was eine ziemliche
Leistung ist wenn man bedenkt dass man erst mal zum Leuchtturm am Cape Point
hinaufmuss und danach zum zwei Kilometer entfernten Kap wandern/rennen... Wir
wollten nicht gerade allein in der Dämmerung im Nationalpark zurücklaufen:D Wir
hatten jedoch Glück, dass uns zwei Holländerinnen ein Stück mit dem Auto mitgenommen
haben. In der Hütte gab es erstmal Makkaroni aus der Fertigpackung und einen
traumhaften Sonnenuntergang über dem Atlantik. Am nächsten Morgen ging es früh
wieder zurück - der Rückweg war nochmal ein paar Kilometer länger. Wir hatten
eine Pause am Strand mit einem alten Schiffswrack (und Robbenbesuch) und eine
an einem See mit jeder Menge Elands (Antilopen) am anderen Ufer... unbeschreiblich.
Daneben sind wir noch Straußen, einem Pavian mit Nachwuchs und möglicherweise
einem Zebra begegnet. Ich bin sehr froh, diese Tour gemacht zu haben - es
können sicher nur wenige behaupten, zum Kap der Guten Hoffnung zu Fuß gelaufen
zu sein. Und nachdem ich davor ja schon einmal mit dem Bus dort war, weiß ich
wirklich, was es für ein Unterschied ist den Nationalpark aus nächster Nähe zu
erleben - er ist riesig und einfach nur traumhaft schön! Zurück nach Hause sind
wir die halbe Strecke getrampt, weil wir keine Lust hatten nochmal so viel Geld
für ein Taxi auszugeben, und wurden von einem südafrikanischen Fotografen
mitgenommen, der gerade für einen Fashion Shoot für das Dazed&Confused
Magazine am Kap Szenerien getestet hatte (es muss Henrik Purienne gewesen sein,
wie ich im Nachhinein herausgefunden hab)... ich liebe es welche Leute man hier
trifft!
Die Woche darauf waren wir montags abends zum braaien bei Josh. Mittwochs in
der Stadt, um mein Visum abzuholen, das tatsächlich vollendet wurde... nach
zweieinhalb Monaten Warten hatte ich dann tatsächlich noch vor Ausreise einen
kleinen handschriftlich ausgefüllten Aufkleber. Südafrikanische Bürokratie...
In dieser Woche war ich dann leider insgesamt nur zweieinhalb Tage im
Kindergarten, weil ich mir irgendwo eine fette Erkältung eingefangen hatte und
andauernd am Husten war… was mir aber wieder eine Begegnung mit
südafrikanischer Hilfsbereitschaft eingebracht hat: als ich früher gehen
wollte, weil es mir nicht gut ging, wurde ich nicht nur nach Hause, sondern
auch noch zur Apotheke gebracht und weil ich kein Geld dabei hatte, übernahm
Auntie Myrtle (die Chefin der creche) die Medikamente. Während meiner freien
Zeit zu Hause kam ich dann auf die Idee, was mit der übrigen Packung Toffifee
von Saskia anzufangen, die seit Weihnachten noch bei mir im Schrank rumlag (die
andere hatten Flo und ich mangels Beherrschung schon kleingemacht…) und daher
gab es im Hause Saban und Graham den berühmten Toffifeeaufstrich!
Freitag hieß es Abschied nehmen von den Kleinen, die mir doch ans Herz
gewachsen sind in den zwei Wochen! Abends war ich dann endlich mit Flo,
Johannes (Flos Kumpel, der ihn für sechs Wochen besucht hat) und David im Green
Point Stadium, dem ehemaligen WM-Stadion. Es gab ein Spiel von Ajax Cape Town
gegen Mamelodi Sundowns (Johannesburg). Danach waren Purple Turtle, Bobs Bar
und Joburg auf der Long Street angesagt und dann mussten wir uns von Jana
verabschieden… Sie war in Kapstadt diejenige, von der ich mir gewünscht hätte
sie schon viel früher kennen gelernt zu haben – es war eine wahnsinnig tolle
Zeit mir ihr. Samstag war ich nach einem tollen Frühstück im Café Mozart mit
Saskia unterwegs… ich wollte nämlich endlich mal in das Slavery Museum. Danach
waren wir noch in der Kapstädter Ausgabe des Food Lover‘s Market und zu guter
Letzt an der waterfront, weil ich mir noch ein kleines Armband als Andenken
kaufen wollte. Saskia machte sich gegen Abend auf den Heimweg und ich habe im
Penthouse (eine Weile) auf meine Gastfamilie gewartet, mit der ich noch ein
Abschiedsessen vorhatte. Als sie eintrudelten, gab es eine kleine Planänderung
und wir waren in einem indischen Restaurant on Long essen… da drin ging es zu
wie im Bazar:D Ich hatte sowas wie ein halbes ausgehöhltes Brot mit Fleisch und
sehr scharfer Soße, Faaidah und ihre Mum hatten noch Naan mit sehr, sehr viel
Knoblauch bestellt. Insgesamt war das Essen… eine Erfahrung;) Am Sonntagmorgen,
um die Esserei fortzusetzen, gab es unser Brunch im One and Only! Das Frühstück
war einfach unglaublich und die Hotelanlage erst recht… Der Tag wurde bei Cold
Turkey, einer Kapstädter Partyreihe, fortgesetzt und den ganzen Nachmittag
(etwas zu viel) Sonne auf der Wiese genossen…jedenfalls hatte ich abends wieder
nen kleinen Sonnenstich, den ich am nächsten Morgen auch noch bemerkt habe :D
An diesem Tag ging es für mich endlich wieder zurück ins Reserve und abends
zum geliebten Hippo-Monitoring! (Es ist einfach ein Traum, die Sonne hinter den
Bergen untergehen zu sehen und auch die Stimmung ist in der Dämmerung eine ganz
andere…) In den zwei Wochen hatte ich eigentlich nicht viel verpasst, aber hatte
es echt vermisst und sofort das Gefühl, nach Hause zu kommen… An diesem Tag
haben wir weiter an dem Projekt der Jungs der vergangenen Wochen gearbeitet:
Zwei Heronries (für dieses Wort gibt es keine wirkliche Übersetzung… ein Heron
ist ja ein Reiher und eine Heronry eine Holzplattform als Nistplatz für die
Vögel) mussten erneuert werden und wir schleppten ein paar Pfosten durch die Gegend.
Wir waren nicht lang damit beschäftigt, weil auf einmal drei Hippos in P7 auftauchten,
die bewacht werden mussten. Den restlichen Tag verbrachten Andrea und ich daher
knapp zehn Meter von drei mal drei Tonnen Hippo entfernt, nur getrennt durch
einen kleinen Kanal. Dienstag musste ich zuhause bleiben, weil der Husten einfach
immer noch nicht besser wurde... Am nächsten Tag fuhr Mahavia mich und Andrea
morgens vor der Arbeit zur Apotheke, wo ich völlig ohne Rezept sofort Antibiotika
in einem dubiosen Plastiktütchen ohne jedwelche Beschriftung ausgehändigt bekam
(geschadet hat es aber wohl nicht). Der Tag bestand dann nur noch aus Zweigen
bei den T-Pans wegräumen und in einem alten Pumpenhäuschen chillen. Abends
waren alle Volunteers bei Vicky zu Lasagne und sehr schokoloadigen Schokobrownies
(mit zu viel Eis) von Iain eingeladen. Sie hat eine kleine, aber feine Einliegerwohnung
direkt am Zeekoevlei-See, ein Traum!
Später haben wir David dann gegen halb zehn noch nach Hause begleitet und
einen Eindruck davon bekommen, warum man besser nicht draußen ist um die Uhrzeit…
sind schon komische Gestalten unterwegs manchmal.
Der Donnerstag war dann seehr gemütlich. Der Donnerstag (und ursprünglich
auch Freitag) war irgendwann mal zum Follow-up-Tag geworden. Was Erica nicht
wusste: von ursprünglich zwei ganzen Tagen brauchten wir inzwischen nur noch
knapp drei Stunden, um geschickt aufgeteilt alle pans und Kanäle einmal zu
umrunden und nach den Hyazinthen abzusuchen. An diesem Tag waren wir besonders
schnell, weil - zum ersten Mal - keine einzige von den Dingern auftauchte (was
natürlich nur unserer guten Arbeit der vergangenen Monate zu verdanken war) und
der restliche Tag bestand daher aus Chillen in der Sonne an unserem Stammplatz,
einem verfallenen Pumphäuschen. Irgendwie haben wir uns das im Laufe der Zeit echt
von unseren südafrikanischen Kollegen abgeguckt. Die können sich auch zu jedem
Zeitpunkt an jeder Stelle einfach auf den Boden legen und schlafen. Die Moral
färbt irgendwie ein bisschen ab, in der Sonne ist es aber auch zu gemütlich… Erica
war jedenfalls sehr glücklich, dass das letzte follow-up keine einzige Pflanze
mehr zu Tage gebracht hat.
Freitag war es dann soweit. Der erste März war wirklich der allerallerletzte
Tag im Reserve, wobei es gar kein Arbeitstag war, sondern ein kleiner Ausflugstag
:) Wir fuhren also (die Ladies vorne, alle Jungs auf der Ladefläche) in
Richtung Century City und besuchten dort Intaka Island – ein Biotop und Vogelstätte
inmitten der riesigen Wohnanlagen mit künstlichen Wasserkanälen. Erica, Andrea,
Ryno, Flo, Johannes, David und ich schipperten auf eben diesen Kanälen durch
Century City und ließen uns von einem Guide erklären, dass die meisten der (millionenschweren)
Häuser nur auf dem Wasserweg zu erreichen waren. Nach der anschließenden Besichtigung
des Reservats trafen wir uns mit allen Managern aus False Bay im Food Court der
Cavendish Mall zum Essen. Erica bekam von David und mir noch ein Hippo aus
Holz, als Abschiedsgeschenk. Auf der Rückfahrt mussten wir uns dann ziemlich
beeilen, weil ich mich noch nicht von Antje, Lisbeth und Lappies verabschiedet
hatte (und Mo, Tamaryn und Asieff auch nicht wirklich geblickt hatten dass sie
mich nicht mehr sehen würden) und abends noch das Skrillex-Konzert war. Also zurück
ins Reserve, innerhalb weniger Minuten von allen verabschiedet, was
wahrscheinlich auch ganz gut so war weil es sonst zu traurig gewesen wäre;)
Ryno hatte David und mir morgens noch (sorgsam hinter verschlossenen Türen...)
ein für seine Verhältnisse ziemlich teures Geschenk gemacht und jedem eine Tüte
mit Parfum und Bodylotion in die Hand gedrückt, worüber wir dann doch ein
bisschen gerührt waren. Das Konzert abends dann war der Wahnsinn und das
perfekte letzte Wochenende hätte nicht besser beginnen können.
Der Samstagmorgen begann nach wenig Schlaf mit einem schönen Frühstück an
der waterfront und einem Besuch auf dem arts and craft market, um Anna, Amelie und
Saskia zu verabschieden. Danach ging es zum Holi Festival of Colours, das
ursprünglich aus Indien stammt und an diesem Tag erstmalig (kommerziell) auf
dem afrikanischen Kontinent stattfand. Immer zur vollen Stunde gibt es einen
Countdown und alle werfen Farbpulver in die Luft! An dem Tag waren wir also
alle coloureds:) Ziemlich geil und danach auch ziemlich viel Aufwand, um das
Zeug wieder aus den Haaren zu kriegen! Der Abend wurde dann auf der Dachterasse
des Penthouse, der Longstreet und in Bob's Bar verbracht, nachdem wir leider an
den Türstehern des 31 (das älter aussehen wollen hat nicht funktioniert)
scheiterten…
Sonntag hatten David und ich dann für uns und nach einem Frühstück zu
adäquater Uhrzeit und Liquorstorebesuch war es schon wieder Zeit, zum Konzert
in den Kirsten(hehe)bosch Gardens
aufzubrechen. Dort haben wir es uns mit dem besten aller Roséweine (Four Cousins!),
Trauben, Käse und Keksen - wie sich das gehört - gemütlich gemacht und von
Goldfish unterhalten lassen. Und da das Wochenende ja noch bis Dienstag
ausgedehnt werden konnte, hieß es Montagsmorgens nochmal dekadent frühstücken,
diesmal im Rcaffé, und dann Goodbye City Bowl :( Am Mittag gab es noch einen
kleinen Schock, denn Faaidah war im Krankenhaus und musste über Nacht dort
bleiben… es stellte sich später heraus dass sie an Diabetes erkrankt war.
Faaidah bestand aber darauf, unseren ursprünglichen Plan (bei Spur essen zu
gehen mit allen) trotzdem in die Tat umzusetzen und so ging es mit dem Minibus
nach Ottery. Montags kann man dort zwei Burger zum Preis von einem essen, woran
die Jungs schon ein bisschen zu knabbern hatten;) Andrea und ich hatten
vorsorglich zwei geteilt…
Es wurde doch noch ein sehr schöner Abend, vor allem die Minibusfahrt auf
dem Rückweg;) Wir hatten den Bus für uns alleine und der Fahrer hat die Musik
extra laut aufgedreht…
Dienstag ging ich dann morgens dann noch mein Flugticket ausdrucken (und
mich von dem netten Internetcafébesitzer verabschieden;) und dann ein letztes
Mal surfen in Muizenberg. Davids obersüße Hostmom drückte mir noch einen Schal
als Abschiedsgeschenk in die Hand als ich ihn abholte:) Nach der Surferei hieß
es Beeilung und packen! Faaidah war wieder einigermaßen wohlauf aus dem
Hospital zurück und ihre Mutter hatte ihr geholfen, Essen zu kochen. Bevor wir
an den Flughafen fuhren, hieß es nochmal Geschenke austauschen (ein weiterer
Schal von Faaidah und ein Armband von ihrer Mum an mich, ein Bild von den „two
Germans“ Flo und mir und ein Gutschein für ein Goodie-Paket aus Deutschland an
die Saban Family, eine Schmuckbastelbox an Firdaus und ein bisschen Schokolade
an alle) und für mich außerdem noch Kerzen auspusten:) Firdaus war schon Tage
vorher völlig aufgekratzt durch die Wohnung gehüpft und hatte sich immer wieder
geheimnisvoll mit Andrea zurückgezogen – am Ende schenkten die zwei mir eine
kleine Torte mit fünf Kerzen – eine für jeden Monat! Das war so süß, dass ich
wahrscheinlich in dem Moment schon hätte anfangen können mit Heulen. Vor der
Abfahrt wurden noch ein paar große Gruppenbild von allen gemacht, dann wurden
meine Sachen eingepackt und losgings… nachdem ich nochmal aus dem Auto sprang
und in letzter Sekunde ein Nummernschild mit CA für Cape Town drauf ergatterte,
dass ich unbedingt noch mitnehmen wollte und das Mahavia mir zugesichert
hatte:)
Der Abschied am Flughafen dann ist mit Worten nicht zu beschreiben. Nachdem
ich jeden einzeln gedrückt hatte und die Tränen nicht mehr aufhören wollten (ich
werde nie vergessen, wie Faaidah „I’m gonna miss you so much, I’m gonna miss
your company, and I’m gonna miss you at the dinner table“ sagte) ging ich
schweren Herzens durch die Gepäckkontrolle und zur Passkontrolle. Und was dann passierte,
rettete mir wahrscheinlich den ganzen Abend. Nachdem sich ein britisches
Ehepaar schon völlig besorgt meiner annehmen wollte, weil ich mich einfach
überhaupt nicht beruhigen konnte, dachte ich, es sei ein schlechter Scherz, als
ich völlig verheult der südafrikanischen Beamtin gegenüberstand und diese mir
allen Ernstes erklärte, dass etwas mit meinem Visum nicht stimme und es
abgelaufen sei. Ich erwiderte völlig verzweifelt, dass ich es doch extra hätte
verlängern lassen. Ja, aber diese Form werde nicht mehr akzeptiert lautete die
Erwiderung und die Beamtin starrte mich an. Auf einmal brach sie in großes
Gelächter aus, „Just joking!!“, und hielt mir meinen Pass hin. Wahrscheinlich
habe ich noch, völlig verwirrt, irgendwas in Richtung „Thanks, you just made my
day“ erwidert bevor ich davonstolperte, aber dieser einen wunderbaren Frau ist
es zu verdanken, dass ich Südafrika mit einem lachenden und einem weinenden
Auge Good bye sagen konnte.
Und hiermit endet mein Reisebericht, Südafrika Vol. 1, 149 on the other side
of the world.
Wer es bis hierhin geschafft hat, dem sei gratuliert!!
Sonntag, 10. März 2013
Donnerstag, 7. März 2013
Januar Teil II
Nach der Rückkehr von der Reise am Samstagabend war das
restliche Wochenende sehr gemütlich: am Sonntag waren wir mittags zum
Geburtstagsessen von Faaidahs Dad in Wynberg eingeladen, danach haben Flo und
ich unseren Hostdad, der Taxi für verschiedene Unternehmen fährt, nach Hout Bay
begleitet, wo er ein paar Leute abgeholt und danach in den Townships abgesetzt
hat. Das war ziemlich interessant für mich, da ich Hout Bay leider nur einmal
in Regen und Nebel gesehn hatte und es aber wirklich schön ist da – und auf dem
Hinweg hab ich auch mal Constantia gesehn, eine Gegend von der man fast nicht
denkt dass sie zu Kapstadt gehört. Am Montag hat Flo sich mit seinem Roller auf
den Weg zu seinem Midstayseminar von weltwärts gemacht und David und ich
mussten im Projekt drei Tage lang Port Jackson rausmachen:D Gibt sicher
spannenderes…aber nach ner Weile wars sogar fast meditativ:D Montagmittag hab
ich wieder mal dem Post Office in Grassy Park einen Besuch abgestattet und ein
weiteres Päckchen aus Deutschland abgeholt:) Ich hab mich immer nen Keks
gefreut wenn wieder ein Zettel ins Haus geflattert ist dass ich ein parcel abholen
kann. Der Weg zur Busy Corner - Central Grassy Park, so to say - ist auch immer
sehr spannend da man meistens mit „Hey whitie, what are you looking in my coloured
area?“ angesprochen wird und das auch nicht unbedingt freundlich :D In der
Woche sind Flo und ich dann nochmal zum Hyper gefahren (ein riesen PicknPay) um
eine McSession abzuhalten (McFlurry kaufen und eine Stunde im Internet chillen -
genial). Am Wochenende hab ich mich mit Jana getroffen und wir sind zusammen
zur Old Biscuit Mill, um dem Neighbourgoods Food Market (von dem ich schonmal
berichtet hab) nochmal zu besuchen und Saskia und die beiden Mädels von unserer
Cape to Addo Tour zu treffen. Danach waren Saskia und ich in der waterfront, um
mir nen Internetstick zu holen und ihr nen Blackberry, wir sind aber jeweils an
unserem proof of residence gescheitert den man dazu vorweisen muss…ich hatte
erst gar keinen und Saskias war abgelaufen. Faaidah hat mir dann netterweise später
noch einen geholt und seitdem konnte ich endlich wenigstens für die letzten
sieben Wochen mit meinem Laptop von zu Hause aus ins Internet – Luxus pur:) Abends
waren wir auf der Longstreet und im Dubliner feiern.
Eigentlich war dann für den Sonntag Robben Island, die
Gefängnisinsel in der Tafelbucht auf der Nelson Mandela 26 Jahre seiner Haft
verbracht hat, mit Jana geplant… leider waren die Fähren wegen Reparaturbedarf
gecancelled, und da man in Kapstadt ja ständig neue Bekanntschaften macht, hatten
wir auf einmal eine Einladung von drei Mitarbeitern des Museums, den restlichen
Tag mit ihnen zu verbringen, und landeten beim Rhodes Memorial – einem Denkmal ungefähr
auf der Rückseite vom Tafelberg, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf beide
Ozeane in der Table Bay sowie False Bay und die Southern Suburbs hat (und auch das
Nature Reserve konnte man sehen). Wir hatten einen richtig coolen Tag und sind
auf Getränke, Essen und eine Nacht im Staff House auf Robben Island eingeladen
worden (wozus dann aber doch nicht kam). Am nächsten Tag kamen dann, nachdem
Flo und ich anderthalb Monate die einzigen Gäste waren, drei neue Volunteers
auf einmal an – Andrea aus Norwegen, Iain aus England und Jonah aus Texas.
Seitdem war es ziemlich voll bei uns:) In der Woche habe ich dann auch endlich
Allison, Max und Davids Gastschwester, und ihren Freund Terence kennengelernt,
die total nett sind und mit denen die beiden ziemlich viel unternehmen. In den
darauffolgenden Wochen ist hippomäßig im Nature Reserve ziemlich viel passiert!
Wir haben wieder viel Hippo Monitoring gemacht und jedesmal eins gesichtet …
zuerst waren David und ich mit Erica unterwegs (wobei wir die Volunteers immer hinten
drauf stehen und mit Scheinwerfern die Gegend ableuchten), und haben ein Hippo
gefunden dass ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hatte: Leslie anstatt
Bilbo. (Wir fanden den Namen Thorsten auch nicht schlecht… weil immer noch
keiner weiß warum ein männliches Hippo Leslie getauft wurde.) Am Freitag dieser
Woche hatten wir Unmengen an einer weiteren invasive species, tree mallow (Baummalve),
rauszumachen, schön daran war dass Erica uns anschließend wieder mit Oreo
Krushern versorgt hat:) Am 26. Januar, dem Samstag danach, hatten sowohl
Faaidah als auch Flo Geburtstag, weshalb ich Freitagabends noch in der winzigen
knuffigen Küche von Shamzuneesah (Faaidahs Mum, die in einem ganz kleinen Zweizimmerhäuschen
auch auf dem Grundstück wohnt) bis spät in der Nacht drei Sorten Muffins
gebacken hab:) Am nächsten Morgen gab es erstmal großes Geburtstagsfrühstück, Faaidah
haben Flo und ich was für ihre Dekorierleidenschaft geschenkt und Flo wurde von
David und mir zum Skrillex-Konzert eingeladen. Am Nachmittag/Abend war ich mit
den Jungs bei Vollmond auf dem Lions Head, von dem aus man auf die Lichter von
Kapstadt schaut, was wirklich wunderschön war. Danach waren wir alle ziemlich
tot und am nächsten Morgen bin ich das erste Mal außerhalb von PicknPay in
Kapstadt frühstücken gewesen:D …bei Capello, was eher so eine Art Überraschungsmenü
war, weil sich aus Prinzip keine der Bedienungen mehr als zwei Dinge merken
konnte...aber guut:) Dort haben wir uns noch von Marie verabschiedet, die nach 6 Monaten mit ihrer Familie zusammen auf Tour gegangen ist. Montagabends war wieder
erfolgreiches Hippo Monitoring – wir haben erstmals zwei an einem Abend
gefunden und konnten somit endlich beweisen, dass es mehrere in False Bay gibt.
Bilbo ist uns dabei 10 Meter vor dem Bakkie über den Weg gelaufen. Sind immer
geniale Momente, die sogar Erica zu Aussagen wie „I fuckin love my job!“
bewegen …
Am Dienstag darauf habe ich angefangen, morgens mit Erica joggen zu gehen:) Es tat einfach unglaublich gut, endlich mal was sportliches zu tun und es ist einfach genial, morgens um sieben im Nature Reserve zu joggen. Flo hatte dann spontan die Idee, abends ins Kino zu gehen – letztendlich sind alle fünf Volunteers und David und Max von unserem Gastvater nach Century City (wo auch Canal Walk, das riesige Shoppingcenter, liegt) gefahren worden – dort gibt es das Gran West Casino, das vom Stil her wieder irgendwie an Dubai erinnert und neben Casino eine Eislaufbahn und auch ein Kino enthält – man muss auch erstmal Eintritt zahlen, um in den Komplex reinzukommen…angeschaut haben wir „The Life of Pi“, was ganz gut war, mich hat nur geschockt dass es in Südafrika absolut kein süßes Popcorn gibt!
Mittwochs war ich bei Janas Gastfamilie zum dinner eingeladen:) Dort haben sich alle angewöhnt, wie die Familie mit den Händen zu essen... war sehr cool;D
Am Dienstag darauf habe ich angefangen, morgens mit Erica joggen zu gehen:) Es tat einfach unglaublich gut, endlich mal was sportliches zu tun und es ist einfach genial, morgens um sieben im Nature Reserve zu joggen. Flo hatte dann spontan die Idee, abends ins Kino zu gehen – letztendlich sind alle fünf Volunteers und David und Max von unserem Gastvater nach Century City (wo auch Canal Walk, das riesige Shoppingcenter, liegt) gefahren worden – dort gibt es das Gran West Casino, das vom Stil her wieder irgendwie an Dubai erinnert und neben Casino eine Eislaufbahn und auch ein Kino enthält – man muss auch erstmal Eintritt zahlen, um in den Komplex reinzukommen…angeschaut haben wir „The Life of Pi“, was ganz gut war, mich hat nur geschockt dass es in Südafrika absolut kein süßes Popcorn gibt!
Mittwochs war ich bei Janas Gastfamilie zum dinner eingeladen:) Dort haben sich alle angewöhnt, wie die Familie mit den Händen zu essen... war sehr cool;D
Der Donnerstag brachte dann,
nachdem David, Ryno und ich mal wieder ein Hyacinth Follow up gemacht hatten, auf
einmal eine große Überraschung: drei Hippos in P4. Der Abend hätte für uns
damit ausgehen können, mangels vorhandener Pfosten einen gesamten Zaun
auszubauen und um P4 zu verlegen, womit wir sicher niemals vor Mitternacht
fertig geworden wären…zum Glück haben es sich die Manager dann aber doch noch
anders überlegt!:)
Lieben Gruß
Kirsten
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