Donnerstag, 7. März 2013

Januar Teil II

Nach der Rückkehr von der Reise am Samstagabend war das restliche Wochenende sehr gemütlich: am Sonntag waren wir mittags zum Geburtstagsessen von Faaidahs Dad in Wynberg eingeladen, danach haben Flo und ich unseren Hostdad, der Taxi für verschiedene Unternehmen fährt, nach Hout Bay begleitet, wo er ein paar Leute abgeholt und danach in den Townships abgesetzt hat. Das war ziemlich interessant für mich, da ich Hout Bay leider nur einmal in Regen und Nebel gesehn hatte und es aber wirklich schön ist da – und auf dem Hinweg hab ich auch mal Constantia gesehn, eine Gegend von der man fast nicht denkt dass sie zu Kapstadt gehört. Am Montag hat Flo sich mit seinem Roller auf den Weg zu seinem Midstayseminar von weltwärts gemacht und David und ich mussten im Projekt drei Tage lang Port Jackson rausmachen:D Gibt sicher spannenderes…aber nach ner Weile wars sogar fast meditativ:D Montagmittag hab ich wieder mal dem Post Office in Grassy Park einen Besuch abgestattet und ein weiteres Päckchen aus Deutschland abgeholt:) Ich hab mich immer nen Keks gefreut wenn wieder ein Zettel ins Haus geflattert ist dass ich ein parcel abholen kann. Der Weg zur Busy Corner - Central Grassy Park, so to say - ist auch immer sehr spannend da man meistens mit „Hey whitie, what are you looking in my coloured area?“ angesprochen wird und das auch nicht unbedingt freundlich :D In der Woche sind Flo und ich dann nochmal zum Hyper gefahren (ein riesen PicknPay) um eine McSession abzuhalten (McFlurry kaufen und eine Stunde im Internet chillen - genial). Am Wochenende hab ich mich mit Jana getroffen und wir sind zusammen zur Old Biscuit Mill, um dem Neighbourgoods Food Market (von dem ich schonmal berichtet hab) nochmal zu besuchen und Saskia und die beiden Mädels von unserer Cape to Addo Tour zu treffen. Danach waren Saskia und ich in der waterfront, um mir nen Internetstick zu holen und ihr nen Blackberry, wir sind aber jeweils an unserem proof of residence gescheitert den man dazu vorweisen muss…ich hatte erst gar keinen und Saskias war abgelaufen. Faaidah hat mir dann netterweise später noch einen geholt und seitdem konnte ich endlich wenigstens für die letzten sieben Wochen mit meinem Laptop von zu Hause aus ins Internet – Luxus pur:) Abends waren wir auf der Longstreet und im Dubliner feiern.

Eigentlich war dann für den Sonntag Robben Island, die Gefängnisinsel in der Tafelbucht auf der Nelson Mandela 26 Jahre seiner Haft verbracht hat, mit Jana geplant… leider waren die Fähren wegen Reparaturbedarf gecancelled, und da man in Kapstadt ja ständig neue Bekanntschaften macht, hatten wir auf einmal eine Einladung von drei Mitarbeitern des Museums, den restlichen Tag mit ihnen zu verbringen, und landeten beim Rhodes Memorial – einem Denkmal ungefähr auf der Rückseite vom Tafelberg, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf beide Ozeane in der Table Bay sowie False Bay und die Southern Suburbs hat (und auch das Nature Reserve konnte man sehen). Wir hatten einen richtig coolen Tag und sind auf Getränke, Essen und eine Nacht im Staff House auf Robben Island eingeladen worden (wozus dann aber doch nicht kam). Am nächsten Tag kamen dann, nachdem Flo und ich anderthalb Monate die einzigen Gäste waren, drei neue Volunteers auf einmal an – Andrea aus Norwegen, Iain aus England und Jonah aus Texas. Seitdem war es ziemlich voll bei uns:) In der Woche habe ich dann auch endlich Allison, Max und Davids Gastschwester, und ihren Freund Terence kennengelernt, die total nett sind und mit denen die beiden ziemlich viel unternehmen. In den darauffolgenden Wochen ist hippomäßig im Nature Reserve ziemlich viel passiert! Wir haben wieder viel Hippo Monitoring gemacht und jedesmal eins gesichtet … zuerst waren David und ich mit Erica unterwegs (wobei wir die Volunteers immer hinten drauf stehen und mit Scheinwerfern die Gegend ableuchten), und haben ein Hippo gefunden dass ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hatte: Leslie anstatt Bilbo. (Wir fanden den Namen Thorsten auch nicht schlecht… weil immer noch keiner weiß warum ein männliches Hippo Leslie getauft wurde.) Am Freitag dieser Woche hatten wir Unmengen an einer weiteren invasive species, tree mallow (Baummalve), rauszumachen, schön daran war dass Erica uns anschließend wieder mit Oreo Krushern versorgt hat:) Am 26. Januar, dem Samstag danach, hatten sowohl Faaidah als auch Flo Geburtstag, weshalb ich Freitagabends noch in der winzigen knuffigen Küche von Shamzuneesah (Faaidahs Mum, die in einem ganz kleinen Zweizimmerhäuschen auch auf dem Grundstück wohnt) bis spät in der Nacht drei Sorten Muffins gebacken hab:) Am nächsten Morgen gab es erstmal großes Geburtstagsfrühstück, Faaidah haben Flo und ich was für ihre Dekorierleidenschaft geschenkt und Flo wurde von David und mir zum Skrillex-Konzert eingeladen. Am Nachmittag/Abend war ich mit den Jungs bei Vollmond auf dem Lions Head, von dem aus man auf die Lichter von Kapstadt schaut, was wirklich wunderschön war. Danach waren wir alle ziemlich tot und am nächsten Morgen bin ich das erste Mal außerhalb von PicknPay in Kapstadt frühstücken gewesen:D …bei Capello, was eher so eine Art Überraschungsmenü war, weil sich aus Prinzip keine der Bedienungen mehr als zwei Dinge merken konnte...aber guut:) Dort haben wir uns noch von Marie verabschiedet, die nach 6 Monaten mit ihrer Familie zusammen auf Tour gegangen ist. Montagabends war wieder erfolgreiches Hippo Monitoring – wir haben erstmals zwei an einem Abend gefunden und konnten somit endlich beweisen, dass es mehrere in False Bay gibt. Bilbo ist uns dabei 10 Meter vor dem Bakkie über den Weg gelaufen. Sind immer geniale Momente, die sogar Erica zu Aussagen wie „I fuckin love my job!“ bewegen …
Am Dienstag darauf habe ich angefangen, morgens mit Erica joggen zu gehen:) Es tat einfach unglaublich gut, endlich mal was sportliches zu tun und es ist einfach genial, morgens um sieben im Nature Reserve zu joggen. Flo hatte dann spontan die Idee, abends ins Kino zu gehen – letztendlich sind alle fünf Volunteers und David und Max von unserem Gastvater nach Century City (wo auch Canal Walk, das riesige Shoppingcenter, liegt) gefahren worden – dort gibt es das Gran West Casino, das vom Stil her wieder irgendwie an Dubai erinnert und neben Casino eine Eislaufbahn und auch ein Kino enthält – man muss auch erstmal Eintritt zahlen, um in den Komplex reinzukommen…angeschaut haben wir „The Life of Pi“, was ganz gut war, mich hat nur geschockt dass es in Südafrika absolut kein süßes Popcorn gibt!
Mittwochs war ich bei Janas Gastfamilie zum dinner eingeladen:) Dort haben sich alle angewöhnt, wie die Familie mit den Händen zu essen... war sehr cool;D
Der Donnerstag brachte dann, nachdem David, Ryno und ich mal wieder ein Hyacinth Follow up gemacht hatten, auf einmal eine große Überraschung: drei Hippos in P4. Der Abend hätte für uns damit ausgehen können, mangels vorhandener Pfosten einen gesamten Zaun auszubauen und um P4 zu verlegen, womit wir sicher niemals vor Mitternacht fertig geworden wären…zum Glück haben es sich die Manager dann aber doch noch anders überlegt!:)
Lieben Gruß
Kirsten

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