Nachdem wir am ersten Januar vom Festival zurückkamen und ich meine
neue Zimmerpartnerin aus der Réunion kennen gelernt hatte, sollte es (nach dem ersten lekker Braai in meiner eigenen Gastfamilie, mein Hostdad hatte gegrillt) eigentlich am nächsten Morgen in den Urlaub losgehen. Aber da fingen die
Probleme an... zuerst war es mir aus irgendeinem Grund nicht möglich, mit meiner zweiten Karte irgendwo Geld abzuheben (was sich später zum Glück geklärt hat, aber ziemlich stressig warweil meine andere Kreditkarte bei Saskia war und ich noch ungefähr 8 Rand übrig hatte) ...und auf einmal standen wir dann alleine mit dem gebuchten Auto da,
weil unsere "Fahrerin" so kurzfristig wie nur möglich abgesprungen war.
Zum Glück war mein Gastvater am nächsten Morgen unterwegs nach Kapstadt um die Französin zur Sprachschule zu bringen, sodass ich auch ohne Geld nach Kapstadt kam. In einm Hostel haben wir Amelie und ihren Freund getroffen, die gerade selbst zu ihrer Tour los sind... woraus bei uns leider nichts wurde. Bei den meisten Organisationen muss man den Führerschein seit drei
Jahren besitzen, außerdem muss die Kreditkarte für die Buchung die des
Fahrers sein, und die arme Jana lag mit Fieber im Bett - deshalb mussten wir alles canceln. Zwei Stunden langes
Rumtelefonieren über diverse Zweit- und Drittanbieter nach Schweden,
Frankreich und Deutschland half leider überhaupt nichts, so dass wir am
Ende auf den gesamten Kosten für das Auto sitzen blieben. Also hieß es erstmal wieder zurück ins Projekt. Der Tag war aber extrem witzig dank Ericas neuem Lover (wie wir alle vermuteten und später damit auch goldrichtig lagen)... wir mussten zwar wieder einmal gegen Soil Erosion ankämpfen und dazu Unmengen von Sandsäcken befüllen, aber diesmal etwas motivierter - Ryno und ich traten gegen Flo und David an und der Sieger im Sandsäcke füllen-zuknoten-zum Bakkie schleifen gewann einen Sixer Bier (wir leider nicht...). An diesem Tag passierten auch so verrückte Dinge wie Eulen auf und Krebse unter Schreibtischen im Office. Ein paar Tage
war dann erstmal nicht klar ob es mit Urlaub überhaupt noch was wird, bis Saskia und ich uns ganz
kurzfristig einen Tag vorher (den ich gemütlich am Clifton Beach verbrachte) entschieden, noch bei einer geführten
7-Tages-Tour mitzumachen...tatsächlich gab es noch zwei freie Plätze und
dann konnte es doch endlich losgehen! Bei dieser Tour war so gut wie
alles dabei, was wir auch machen wollten und im Tourbus haben wir
festgestellt, dass sogar die Hälfte der Hostels die selben waren:)
Wir waren insgesamt zu zwölft und haben gleich zwei andere deutsche
Mädels kennen gelernt, die für ein sechsmonatiges Praktikum in Kapstadt
waren. Am ersten Tag ging es nach Agulhas, wo ich dann zum dritten Mal
am Southern Most Point stand:D Die nächsten Tage waren wir in der Little
Karoo, einer Halbwüste mit tausenden Kakteen, in Oudtshoorn und in den
Cango Caves, durch die man eine Adventure-Höhlentour machen kann (durch
winzige Spalten quetschen etc) und auf einer Wildlife Ranch. (Leider
verstehe ich nicht warum man dort Fotoshootings mit Geetahs (Geparden)
und Tigerbabies anbietet und - was wir am Morgen schon ausgelassen haben
- auf Straußen reiten kann...das liegt nicht in der Natur der Tiere.
Leider alles ziemlich touristisch ausgerichtet) Trotzdem werde ich den
Tag nie vergessen, aber aus einem anderen Grund. Am Nachmittag habe ich
mich nämlich von der höchsten Bungy-Brücke der Welt gestürzt - 216 Meter
freier Fall! Das Gefühl war einfach unbeschreiblich...und es gibt auch
ein Video davon:)
Am nächsten Tag waren wir im wunderschönen
Tsitsikamma National Park...die Palette der verschiedensten
Landschaften, die wir auf der Tour gesehen haben, war echt
beeindruckend. Nach Kapstadt und den Winelands, der Halbwüste Karoo und
der Küstenlandschaft standen wir dort fast im Regenwald - so kam es mir
jedenfalls vor! Es gibt dort eine Hängebrücke über eine
Flussmündung ins Meer - wirklich wunderschön und eins der Highlights auf
der Tour. Am Nachmittag haben wir eine Ziplinetour (sowas wie
Seilbahnen die man in einem Kletterset entlang fährt) über einen
Bachlauf mit traumhaften Wasserfällen gemacht.
Am Abend ging es in
die beste Unterkunft der ganzen Tour, die wir für unseren eigenen Urlaub
auch vorgesehen hatten - die River Cabins in der Nähe vom Addo National
Park. Dort gibt es kleine Mud Huts, also Erdhäuser, direkt am Fluss,
von denen wir ursprünglich eines gemietet hatten. Mit unserer Gruppe
waren wir in einem nach Backpackerstandard ziemlich luxuriösen Bungalow
und der Abend wurde dadurch getoppt, das unser Österreicher, ein Wiener
Koch, für alle Essen zauberte:) Am nächsten Morgen ging es so perfekt
weiter, weil wir schon um sieben Uhr früh im Addo waren (einem
Elefantennationalpark, der aber alle 'Big 5', also neben Elefanten
Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden, beheimatet) und innerhalb
kürzester Zeit Zebras, Kudus, Elands (Antilopen) und vieles mehr sehen
konnten:) am Ende des Vormittags konnten wir vier der Big 5 verzeichnen
(ziemlich gut dafür dass es nur vier (!!) Rhinos im gesamten Addo gibt),
einzig der Leopard wollte sich nicht zeigen;) Es war eine einmalige
Erfahrung, die Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können und nicht hinter Gittern.
Den Abend verbrachten wir in Jeffreys Bay, einer
Surferhochburg mit Unmengen von Billabong, Roxy etc. Outletshops (die
aber leider nur noch eine halbe Stunde offen hatten als wir ankamen,
also nichts mit groß shoppen). Am nächsten Tag waren wir in der
offiziell schönsten Stadt Südafrikas. Knysna liegt an einer Lagune
eingerahmt von einer Bergekette und bringt die wahrscheinlich teuersten
Grundstücke neben Camps Bay und Somerset West (bei Kapstadt).
Wir
waren dann nachmittags noch auf einer Elefantenfarm, wo man Touch and
Feed machen konnte, was wir aber wieder ausgelassen haben, und abends in
der Myoli Beach Lagoon schnorcheln und danach einen wunderschönen
Sonnenuntergang anschauen (Madame hat natürlich ihre Kamera
vergessen...) Am nächsten Tag ging es dann schon wieder zurück nach
Kapstadt!
Eine Bilderserie von der Tour findet sich hier :)
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