Sonntag, 10. März 2013
Last weeks in Cape Town
Am ersten Februarwochenende hatten Jana und ich einen zweiten Versuch gestartet, auf Robben Island zu kommen... wie konnte es anders sein, als dass wir (nach einer längeren Nacht und etwas zu ausgiebigem Katerfrühstück) viel zu spät dran waren und in diesem Fall die liebe African Time nichts daran ändern konnte, dass die Fähre direkt vor unserer Nase abfuhr. Ein drittes Mal haben wir es nicht probiert:) Diesen Teil südafrikanischer Geschichte muss ich mir anders aneignen, aber über das Museum gibt es ohnehin geteilte Meinungen. Wir fanden es dann aber eh viel gemütlicher, im moyo's an der waterfront (das tolle Restaurant mit dem face painting) zu entspannen und death by chocolate-Kuchen zu futtern!
Mit essen ging es dann auch weiter... abends haben wir nämlich noch ein tolles Restaurant namens Marco's African Place ausprobiert - ein bisschen so wie das Mama Africa auf der Longstreet, aber nicht so touristisch überlaufen und vor allem nicht so teuer! Jana war sehr mutig und hat sich Masonja, Raupen mit so ner Art Salsa, bestellt... ich habs auch probiert und muss sagen, wenn man nicht daran denkt was es ist, ist es echt gut!:) Danach habe ich mich mal allein auf den Weg ins Penthouse gemacht (auch mal ne coole Erfahrung) und am nächsten Morgen (nach Herumirren in der Stadt und vergeblicher Suche nach einem Frisör :D) auf dem Green Market Square ein paar Souvenirs geshoppt:) Weil es Max letzter Tag war, gab es am Nachmittag braai bei seiner und Davids Gastfamilie... der Großteil des Essens war aber leider schon vorbei als ich ankam…
Am darauffolgenden Montag sind wir im Projekt auf eine verletzte Egyptian Goose gestoßen, die wir zum SBCA gebracht haben - eine Tierschutzstation in Grassy Park. Ich war total begeistert von der Station, weil alles total neu war und es einiges zu sehen gab (ziemlich giftige Schlangen etc.). Und die kleine Babyeule, die ursprünglich mal im Office auf dem Schreibtisch herumkrabbelte, war einfach riesig geworden! Nachmittags haben Flo und ich einen Trip nach Wynberg zum Shoprite (Ticketverkauf) gemacht und für alle Karten für das Skrillex-Konzert an meinem letzten Wochenende geholt.
Der Dienstag brachte einen ziemlichen Hammer... nachdem wir mal wieder Nizaam einen Besuch abgestattet hatten, haben wir mehr zufällig auf der Fahrt durchs Reserve ein totes Hippo in einem Kanal gefunden. Wir vermuteten dass es Bilbo war, den wir ja die ganze Zeit versucht hatten einzuzäunen. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass er von einem Rivalen getötet worden sein musste. Nach einigem Hin und Her konnte das Hippo mit einem Bagger aus dem Kanal geborgen werden... noch am selben Abend sind wir allerdings beim Monitoring mit Iain und David auf einen quitschlebendigen Bilbo in S3 gestoßen:D Der Freude über das "wiederaufstandene" Hippo folgte die Erkenntnis, dass er nun leider vermutlich der Mörder war...
Am Wochenende habe ich mich mit Jana und Dennis, ihrem Besuch aus Deutschland, (wieder einmal) in der Old Biscuit Mill getroffen. Danach sind wir zum Hostel und haben (am 9. Februar!) Davids Weihnachtsgeschenk ausgepackt dass er endlich bei der Post bekommen hatte;) Anschließend war geplant, in Canal Walk shoppen zu gehen und danach zu feiern...mir gings aber leider nicht so gut. Am nächsten Morgen war ich wieder fit und wir waren zum zweiten Mal im Mzoli's, dem Townshiprestaurant in Gugulethu und anschließend mit vier Schweizern in deren Villa in Camps Bay Junggesellenabschied feiern…und im Mzoli's stand vor mir übrigens plötzlich eine Bekannte aus Deutschland, die mit mir zusammen Abi gemacht hat!
Am nächsten Tag war dann mein erster Tag im Kindergarten ... ich wollte für die letzten drei Wochen noch in ein anderes Projekt schauen und es hat mir auch gut gefallen und hab deshalb mit Andrea den Arbeitsplatz getauscht (letzten Endes sind aber nur zwei Wochen daraus geworden, weil ich doch noch länger ins Reserve zurück wollte;) Die meisten Leute da waren sehr nett und die Kinder total süß, ich habe mich ganz gut einbringen können, habe aber auch Erfahrungen mit anderen Auffassungen von Erziehungsmethoden gemacht. Insgesamt bin ich sehr froh, vier Monate im Reserve verbracht zu haben. Ich glaube, die Arbeit die man dort macht, ist zum einen abwechslungsreicher und zum anderen viel nachhaltiger - man kann wirklich sehen, was man gemacht hat. In der Zeit haben wir es zum Beispiel geschafft, die Hyacinths in unserem Gebiet vollständig loszuwerden. Viele Volunteers in den sozialen Projekten wussten meiner Erfahrung nach oft erstmal nicht so recht, was sie tun sollten, während wir richtig eingebunden waren. Trotzdem sind auch die Projekte in Kindergärten und Schulen wichtig, ich glaube nur, dass man in einigen der Kapstädter Projekten nur einer von vielen Freiwilligen ist und die Kinder wahrscheinlich nur wenige länger im Gedächtnis behalten.
Mittwochs kam Flos Kumpel Johannes aus Deutschland an, der ihn für sechs Wochen besuchte und in der Zeit auch im Reserve arbeitete. Andrea und ich haben nach dem Arbeiten noch einen kleinen Trip zur Blue Route Mall unternommen und uns einen girls day beim Frisör gegönnt:) Am nächsten Tag war Valentinstag und David und ich waren mit Allison und Terence und Freunden von ihnen abends essen in einem Restaurant, das total süß dekoriert war… Aashiqah, eine Freundin von Allison, hat allen Mädels einen Umschlag in die Hand gedrückt und uns Gutscheine für ein Brunch in dem Hotel, in dem sie arbeitet, geschenkt. Das war aber nicht irgendein Hotel, sondern das Kapstädter Fünf-Sterne-Hotel „One and Only“ an der Waterfront. Haben uns natürlich total gefreut.
Nach der ersten Woche in der "creche", die ich in Teacher Jameelas Babygruppe verbracht hatte (am Donnerstag waren wir sogar mit allen im Schwimmbad), ging es für David und mich Freitag in die Stadt (und im PicknPay Großeinkaufen) und Samstagmorgen um sieben in der Früh mit einem verrückten Taxifahrer los zum Eingang des Cape of Good Hope National Park ... und von dort aus mit unseren vollgepackten Rucksäcken ab zum Kap, erste Tagesetappe vierzehn Kilometer. Wir hatten uns für die Overnight Huts angemeldet, in denen wir mit zehn Anderen (alles Studenten aus Stellenbosch) übernachtet haben. (Ein Glück hatten die Leute am Gate noch zwei Plätze für uns, weil unsere Buchung zwischenzeitlich untergegangen war…) Nachdem wir unsere Sachen dort abgelegt hatten, gab es einen kleinen Sprint zum Cape Point und danach zum Kap der Guten Hoffnung ... beides innerhalb von einer halben Stunde, was eine ziemliche Leistung ist wenn man bedenkt dass man erst mal zum Leuchtturm am Cape Point hinaufmuss und danach zum zwei Kilometer entfernten Kap wandern/rennen... Wir wollten nicht gerade allein in der Dämmerung im Nationalpark zurücklaufen:D Wir hatten jedoch Glück, dass uns zwei Holländerinnen ein Stück mit dem Auto mitgenommen haben. In der Hütte gab es erstmal Makkaroni aus der Fertigpackung und einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Atlantik. Am nächsten Morgen ging es früh wieder zurück - der Rückweg war nochmal ein paar Kilometer länger. Wir hatten eine Pause am Strand mit einem alten Schiffswrack (und Robbenbesuch) und eine an einem See mit jeder Menge Elands (Antilopen) am anderen Ufer... unbeschreiblich. Daneben sind wir noch Straußen, einem Pavian mit Nachwuchs und möglicherweise einem Zebra begegnet. Ich bin sehr froh, diese Tour gemacht zu haben - es können sicher nur wenige behaupten, zum Kap der Guten Hoffnung zu Fuß gelaufen zu sein. Und nachdem ich davor ja schon einmal mit dem Bus dort war, weiß ich wirklich, was es für ein Unterschied ist den Nationalpark aus nächster Nähe zu erleben - er ist riesig und einfach nur traumhaft schön! Zurück nach Hause sind wir die halbe Strecke getrampt, weil wir keine Lust hatten nochmal so viel Geld für ein Taxi auszugeben, und wurden von einem südafrikanischen Fotografen mitgenommen, der gerade für einen Fashion Shoot für das Dazed&Confused Magazine am Kap Szenerien getestet hatte (es muss Henrik Purienne gewesen sein, wie ich im Nachhinein herausgefunden hab)... ich liebe es welche Leute man hier trifft!
Die Woche darauf waren wir montags abends zum braaien bei Josh. Mittwochs in der Stadt, um mein Visum abzuholen, das tatsächlich vollendet wurde... nach zweieinhalb Monaten Warten hatte ich dann tatsächlich noch vor Ausreise einen kleinen handschriftlich ausgefüllten Aufkleber. Südafrikanische Bürokratie...
In dieser Woche war ich dann leider insgesamt nur zweieinhalb Tage im Kindergarten, weil ich mir irgendwo eine fette Erkältung eingefangen hatte und andauernd am Husten war… was mir aber wieder eine Begegnung mit südafrikanischer Hilfsbereitschaft eingebracht hat: als ich früher gehen wollte, weil es mir nicht gut ging, wurde ich nicht nur nach Hause, sondern auch noch zur Apotheke gebracht und weil ich kein Geld dabei hatte, übernahm Auntie Myrtle (die Chefin der creche) die Medikamente. Während meiner freien Zeit zu Hause kam ich dann auf die Idee, was mit der übrigen Packung Toffifee von Saskia anzufangen, die seit Weihnachten noch bei mir im Schrank rumlag (die andere hatten Flo und ich mangels Beherrschung schon kleingemacht…) und daher gab es im Hause Saban und Graham den berühmten Toffifeeaufstrich!
Freitag hieß es Abschied nehmen von den Kleinen, die mir doch ans Herz gewachsen sind in den zwei Wochen! Abends war ich dann endlich mit Flo, Johannes (Flos Kumpel, der ihn für sechs Wochen besucht hat) und David im Green Point Stadium, dem ehemaligen WM-Stadion. Es gab ein Spiel von Ajax Cape Town gegen Mamelodi Sundowns (Johannesburg). Danach waren Purple Turtle, Bobs Bar und Joburg auf der Long Street angesagt und dann mussten wir uns von Jana verabschieden… Sie war in Kapstadt diejenige, von der ich mir gewünscht hätte sie schon viel früher kennen gelernt zu haben – es war eine wahnsinnig tolle Zeit mir ihr. Samstag war ich nach einem tollen Frühstück im Café Mozart mit Saskia unterwegs… ich wollte nämlich endlich mal in das Slavery Museum. Danach waren wir noch in der Kapstädter Ausgabe des Food Lover‘s Market und zu guter Letzt an der waterfront, weil ich mir noch ein kleines Armband als Andenken kaufen wollte. Saskia machte sich gegen Abend auf den Heimweg und ich habe im Penthouse (eine Weile) auf meine Gastfamilie gewartet, mit der ich noch ein Abschiedsessen vorhatte. Als sie eintrudelten, gab es eine kleine Planänderung und wir waren in einem indischen Restaurant on Long essen… da drin ging es zu wie im Bazar:D Ich hatte sowas wie ein halbes ausgehöhltes Brot mit Fleisch und sehr scharfer Soße, Faaidah und ihre Mum hatten noch Naan mit sehr, sehr viel Knoblauch bestellt. Insgesamt war das Essen… eine Erfahrung;) Am Sonntagmorgen, um die Esserei fortzusetzen, gab es unser Brunch im One and Only! Das Frühstück war einfach unglaublich und die Hotelanlage erst recht… Der Tag wurde bei Cold Turkey, einer Kapstädter Partyreihe, fortgesetzt und den ganzen Nachmittag (etwas zu viel) Sonne auf der Wiese genossen…jedenfalls hatte ich abends wieder nen kleinen Sonnenstich, den ich am nächsten Morgen auch noch bemerkt habe :D
An diesem Tag ging es für mich endlich wieder zurück ins Reserve und abends zum geliebten Hippo-Monitoring! (Es ist einfach ein Traum, die Sonne hinter den Bergen untergehen zu sehen und auch die Stimmung ist in der Dämmerung eine ganz andere…) In den zwei Wochen hatte ich eigentlich nicht viel verpasst, aber hatte es echt vermisst und sofort das Gefühl, nach Hause zu kommen… An diesem Tag haben wir weiter an dem Projekt der Jungs der vergangenen Wochen gearbeitet: Zwei Heronries (für dieses Wort gibt es keine wirkliche Übersetzung… ein Heron ist ja ein Reiher und eine Heronry eine Holzplattform als Nistplatz für die Vögel) mussten erneuert werden und wir schleppten ein paar Pfosten durch die Gegend. Wir waren nicht lang damit beschäftigt, weil auf einmal drei Hippos in P7 auftauchten, die bewacht werden mussten. Den restlichen Tag verbrachten Andrea und ich daher knapp zehn Meter von drei mal drei Tonnen Hippo entfernt, nur getrennt durch einen kleinen Kanal. Dienstag musste ich zuhause bleiben, weil der Husten einfach immer noch nicht besser wurde... Am nächsten Tag fuhr Mahavia mich und Andrea morgens vor der Arbeit zur Apotheke, wo ich völlig ohne Rezept sofort Antibiotika in einem dubiosen Plastiktütchen ohne jedwelche Beschriftung ausgehändigt bekam (geschadet hat es aber wohl nicht). Der Tag bestand dann nur noch aus Zweigen bei den T-Pans wegräumen und in einem alten Pumpenhäuschen chillen. Abends waren alle Volunteers bei Vicky zu Lasagne und sehr schokoloadigen Schokobrownies (mit zu viel Eis) von Iain eingeladen. Sie hat eine kleine, aber feine Einliegerwohnung direkt am Zeekoevlei-See, ein Traum!
Später haben wir David dann gegen halb zehn noch nach Hause begleitet und einen Eindruck davon bekommen, warum man besser nicht draußen ist um die Uhrzeit… sind schon komische Gestalten unterwegs manchmal.
Der Donnerstag war dann seehr gemütlich. Der Donnerstag (und ursprünglich auch Freitag) war irgendwann mal zum Follow-up-Tag geworden. Was Erica nicht wusste: von ursprünglich zwei ganzen Tagen brauchten wir inzwischen nur noch knapp drei Stunden, um geschickt aufgeteilt alle pans und Kanäle einmal zu umrunden und nach den Hyazinthen abzusuchen. An diesem Tag waren wir besonders schnell, weil - zum ersten Mal - keine einzige von den Dingern auftauchte (was natürlich nur unserer guten Arbeit der vergangenen Monate zu verdanken war) und der restliche Tag bestand daher aus Chillen in der Sonne an unserem Stammplatz, einem verfallenen Pumphäuschen. Irgendwie haben wir uns das im Laufe der Zeit echt von unseren südafrikanischen Kollegen abgeguckt. Die können sich auch zu jedem Zeitpunkt an jeder Stelle einfach auf den Boden legen und schlafen. Die Moral färbt irgendwie ein bisschen ab, in der Sonne ist es aber auch zu gemütlich… Erica war jedenfalls sehr glücklich, dass das letzte follow-up keine einzige Pflanze mehr zu Tage gebracht hat.
Freitag war es dann soweit. Der erste März war wirklich der allerallerletzte Tag im Reserve, wobei es gar kein Arbeitstag war, sondern ein kleiner Ausflugstag :) Wir fuhren also (die Ladies vorne, alle Jungs auf der Ladefläche) in Richtung Century City und besuchten dort Intaka Island – ein Biotop und Vogelstätte inmitten der riesigen Wohnanlagen mit künstlichen Wasserkanälen. Erica, Andrea, Ryno, Flo, Johannes, David und ich schipperten auf eben diesen Kanälen durch Century City und ließen uns von einem Guide erklären, dass die meisten der (millionenschweren) Häuser nur auf dem Wasserweg zu erreichen waren. Nach der anschließenden Besichtigung des Reservats trafen wir uns mit allen Managern aus False Bay im Food Court der Cavendish Mall zum Essen. Erica bekam von David und mir noch ein Hippo aus Holz, als Abschiedsgeschenk. Auf der Rückfahrt mussten wir uns dann ziemlich beeilen, weil ich mich noch nicht von Antje, Lisbeth und Lappies verabschiedet hatte (und Mo, Tamaryn und Asieff auch nicht wirklich geblickt hatten dass sie mich nicht mehr sehen würden) und abends noch das Skrillex-Konzert war. Also zurück ins Reserve, innerhalb weniger Minuten von allen verabschiedet, was wahrscheinlich auch ganz gut so war weil es sonst zu traurig gewesen wäre;) Ryno hatte David und mir morgens noch (sorgsam hinter verschlossenen Türen...) ein für seine Verhältnisse ziemlich teures Geschenk gemacht und jedem eine Tüte mit Parfum und Bodylotion in die Hand gedrückt, worüber wir dann doch ein bisschen gerührt waren. Das Konzert abends dann war der Wahnsinn und das perfekte letzte Wochenende hätte nicht besser beginnen können.
Der Samstagmorgen begann nach wenig Schlaf mit einem schönen Frühstück an der waterfront und einem Besuch auf dem arts and craft market, um Anna, Amelie und Saskia zu verabschieden. Danach ging es zum Holi Festival of Colours, das ursprünglich aus Indien stammt und an diesem Tag erstmalig (kommerziell) auf dem afrikanischen Kontinent stattfand. Immer zur vollen Stunde gibt es einen Countdown und alle werfen Farbpulver in die Luft! An dem Tag waren wir also alle coloureds:) Ziemlich geil und danach auch ziemlich viel Aufwand, um das Zeug wieder aus den Haaren zu kriegen! Der Abend wurde dann auf der Dachterasse des Penthouse, der Longstreet und in Bob's Bar verbracht, nachdem wir leider an den Türstehern des 31 (das älter aussehen wollen hat nicht funktioniert) scheiterten…
Sonntag hatten David und ich dann für uns und nach einem Frühstück zu adäquater Uhrzeit und Liquorstorebesuch war es schon wieder Zeit, zum Konzert in den Kirsten(hehe)bosch Gardens aufzubrechen. Dort haben wir es uns mit dem besten aller Roséweine (Four Cousins!), Trauben, Käse und Keksen - wie sich das gehört - gemütlich gemacht und von Goldfish unterhalten lassen. Und da das Wochenende ja noch bis Dienstag ausgedehnt werden konnte, hieß es Montagsmorgens nochmal dekadent frühstücken, diesmal im Rcaffé, und dann Goodbye City Bowl :( Am Mittag gab es noch einen kleinen Schock, denn Faaidah war im Krankenhaus und musste über Nacht dort bleiben… es stellte sich später heraus dass sie an Diabetes erkrankt war. Faaidah bestand aber darauf, unseren ursprünglichen Plan (bei Spur essen zu gehen mit allen) trotzdem in die Tat umzusetzen und so ging es mit dem Minibus nach Ottery. Montags kann man dort zwei Burger zum Preis von einem essen, woran die Jungs schon ein bisschen zu knabbern hatten;) Andrea und ich hatten vorsorglich zwei geteilt…
Es wurde doch noch ein sehr schöner Abend, vor allem die Minibusfahrt auf dem Rückweg;) Wir hatten den Bus für uns alleine und der Fahrer hat die Musik extra laut aufgedreht…
Dienstag ging ich dann morgens dann noch mein Flugticket ausdrucken (und mich von dem netten Internetcafébesitzer verabschieden;) und dann ein letztes Mal surfen in Muizenberg. Davids obersüße Hostmom drückte mir noch einen Schal als Abschiedsgeschenk in die Hand als ich ihn abholte:) Nach der Surferei hieß es Beeilung und packen! Faaidah war wieder einigermaßen wohlauf aus dem Hospital zurück und ihre Mutter hatte ihr geholfen, Essen zu kochen. Bevor wir an den Flughafen fuhren, hieß es nochmal Geschenke austauschen (ein weiterer Schal von Faaidah und ein Armband von ihrer Mum an mich, ein Bild von den „two Germans“ Flo und mir und ein Gutschein für ein Goodie-Paket aus Deutschland an die Saban Family, eine Schmuckbastelbox an Firdaus und ein bisschen Schokolade an alle) und für mich außerdem noch Kerzen auspusten:) Firdaus war schon Tage vorher völlig aufgekratzt durch die Wohnung gehüpft und hatte sich immer wieder geheimnisvoll mit Andrea zurückgezogen – am Ende schenkten die zwei mir eine kleine Torte mit fünf Kerzen – eine für jeden Monat! Das war so süß, dass ich wahrscheinlich in dem Moment schon hätte anfangen können mit Heulen. Vor der Abfahrt wurden noch ein paar große Gruppenbild von allen gemacht, dann wurden meine Sachen eingepackt und losgings… nachdem ich nochmal aus dem Auto sprang und in letzter Sekunde ein Nummernschild mit CA für Cape Town drauf ergatterte, dass ich unbedingt noch mitnehmen wollte und das Mahavia mir zugesichert hatte:)
Der Abschied am Flughafen dann ist mit Worten nicht zu beschreiben. Nachdem ich jeden einzeln gedrückt hatte und die Tränen nicht mehr aufhören wollten (ich werde nie vergessen, wie Faaidah „I’m gonna miss you so much, I’m gonna miss your company, and I’m gonna miss you at the dinner table“ sagte) ging ich schweren Herzens durch die Gepäckkontrolle und zur Passkontrolle. Und was dann passierte, rettete mir wahrscheinlich den ganzen Abend. Nachdem sich ein britisches Ehepaar schon völlig besorgt meiner annehmen wollte, weil ich mich einfach überhaupt nicht beruhigen konnte, dachte ich, es sei ein schlechter Scherz, als ich völlig verheult der südafrikanischen Beamtin gegenüberstand und diese mir allen Ernstes erklärte, dass etwas mit meinem Visum nicht stimme und es abgelaufen sei. Ich erwiderte völlig verzweifelt, dass ich es doch extra hätte verlängern lassen. Ja, aber diese Form werde nicht mehr akzeptiert lautete die Erwiderung und die Beamtin starrte mich an. Auf einmal brach sie in großes Gelächter aus, „Just joking!!“, und hielt mir meinen Pass hin. Wahrscheinlich habe ich noch, völlig verwirrt, irgendwas in Richtung „Thanks, you just made my day“ erwidert bevor ich davonstolperte, aber dieser einen wunderbaren Frau ist es zu verdanken, dass ich Südafrika mit einem lachenden und einem weinenden Auge Good bye sagen konnte.
Und hiermit endet mein Reisebericht, Südafrika Vol. 1, 149 on the other side of the world.
Wer es bis hierhin geschafft hat, dem sei gratuliert!!
Donnerstag, 7. März 2013
Januar Teil II
Am Dienstag darauf habe ich angefangen, morgens mit Erica joggen zu gehen:) Es tat einfach unglaublich gut, endlich mal was sportliches zu tun und es ist einfach genial, morgens um sieben im Nature Reserve zu joggen. Flo hatte dann spontan die Idee, abends ins Kino zu gehen – letztendlich sind alle fünf Volunteers und David und Max von unserem Gastvater nach Century City (wo auch Canal Walk, das riesige Shoppingcenter, liegt) gefahren worden – dort gibt es das Gran West Casino, das vom Stil her wieder irgendwie an Dubai erinnert und neben Casino eine Eislaufbahn und auch ein Kino enthält – man muss auch erstmal Eintritt zahlen, um in den Komplex reinzukommen…angeschaut haben wir „The Life of Pi“, was ganz gut war, mich hat nur geschockt dass es in Südafrika absolut kein süßes Popcorn gibt!
Mittwochs war ich bei Janas Gastfamilie zum dinner eingeladen:) Dort haben sich alle angewöhnt, wie die Familie mit den Händen zu essen... war sehr cool;D
Dienstag, 26. Februar 2013
Cape to Addo - endlich auf Tour!
Zum Glück war mein Gastvater am nächsten Morgen unterwegs nach Kapstadt um die Französin zur Sprachschule zu bringen, sodass ich auch ohne Geld nach Kapstadt kam. In einm Hostel haben wir Amelie und ihren Freund getroffen, die gerade selbst zu ihrer Tour los sind... woraus bei uns leider nichts wurde. Bei den meisten Organisationen muss man den Führerschein seit drei Jahren besitzen, außerdem muss die Kreditkarte für die Buchung die des Fahrers sein, und die arme Jana lag mit Fieber im Bett - deshalb mussten wir alles canceln. Zwei Stunden langes Rumtelefonieren über diverse Zweit- und Drittanbieter nach Schweden, Frankreich und Deutschland half leider überhaupt nichts, so dass wir am Ende auf den gesamten Kosten für das Auto sitzen blieben. Also hieß es erstmal wieder zurück ins Projekt. Der Tag war aber extrem witzig dank Ericas neuem Lover (wie wir alle vermuteten und später damit auch goldrichtig lagen)... wir mussten zwar wieder einmal gegen Soil Erosion ankämpfen und dazu Unmengen von Sandsäcken befüllen, aber diesmal etwas motivierter - Ryno und ich traten gegen Flo und David an und der Sieger im Sandsäcke füllen-zuknoten-zum Bakkie schleifen gewann einen Sixer Bier (wir leider nicht...). An diesem Tag passierten auch so verrückte Dinge wie Eulen auf und Krebse unter Schreibtischen im Office. Ein paar Tage war dann erstmal nicht klar ob es mit Urlaub überhaupt noch was wird, bis Saskia und ich uns ganz kurzfristig einen Tag vorher (den ich gemütlich am Clifton Beach verbrachte) entschieden, noch bei einer geführten 7-Tages-Tour mitzumachen...tatsächlich gab es noch zwei freie Plätze und dann konnte es doch endlich losgehen! Bei dieser Tour war so gut wie alles dabei, was wir auch machen wollten und im Tourbus haben wir festgestellt, dass sogar die Hälfte der Hostels die selben waren:) Wir waren insgesamt zu zwölft und haben gleich zwei andere deutsche Mädels kennen gelernt, die für ein sechsmonatiges Praktikum in Kapstadt waren. Am ersten Tag ging es nach Agulhas, wo ich dann zum dritten Mal am Southern Most Point stand:D Die nächsten Tage waren wir in der Little Karoo, einer Halbwüste mit tausenden Kakteen, in Oudtshoorn und in den Cango Caves, durch die man eine Adventure-Höhlentour machen kann (durch winzige Spalten quetschen etc) und auf einer Wildlife Ranch. (Leider verstehe ich nicht warum man dort Fotoshootings mit Geetahs (Geparden) und Tigerbabies anbietet und - was wir am Morgen schon ausgelassen haben - auf Straußen reiten kann...das liegt nicht in der Natur der Tiere. Leider alles ziemlich touristisch ausgerichtet) Trotzdem werde ich den Tag nie vergessen, aber aus einem anderen Grund. Am Nachmittag habe ich mich nämlich von der höchsten Bungy-Brücke der Welt gestürzt - 216 Meter freier Fall! Das Gefühl war einfach unbeschreiblich...und es gibt auch ein Video davon:)
Am nächsten Tag waren wir im wunderschönen Tsitsikamma National Park...die Palette der verschiedensten Landschaften, die wir auf der Tour gesehen haben, war echt beeindruckend. Nach Kapstadt und den Winelands, der Halbwüste Karoo und der Küstenlandschaft standen wir dort fast im Regenwald - so kam es mir jedenfalls vor! Es gibt dort eine Hängebrücke über eine Flussmündung ins Meer - wirklich wunderschön und eins der Highlights auf der Tour. Am Nachmittag haben wir eine Ziplinetour (sowas wie Seilbahnen die man in einem Kletterset entlang fährt) über einen Bachlauf mit traumhaften Wasserfällen gemacht.
Am Abend ging es in die beste Unterkunft der ganzen Tour, die wir für unseren eigenen Urlaub auch vorgesehen hatten - die River Cabins in der Nähe vom Addo National Park. Dort gibt es kleine Mud Huts, also Erdhäuser, direkt am Fluss, von denen wir ursprünglich eines gemietet hatten. Mit unserer Gruppe waren wir in einem nach Backpackerstandard ziemlich luxuriösen Bungalow und der Abend wurde dadurch getoppt, das unser Österreicher, ein Wiener Koch, für alle Essen zauberte:) Am nächsten Morgen ging es so perfekt weiter, weil wir schon um sieben Uhr früh im Addo waren (einem Elefantennationalpark, der aber alle 'Big 5', also neben Elefanten Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden, beheimatet) und innerhalb kürzester Zeit Zebras, Kudus, Elands (Antilopen) und vieles mehr sehen konnten:) am Ende des Vormittags konnten wir vier der Big 5 verzeichnen (ziemlich gut dafür dass es nur vier (!!) Rhinos im gesamten Addo gibt), einzig der Leopard wollte sich nicht zeigen;) Es war eine einmalige Erfahrung, die Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können und nicht hinter Gittern.
Den Abend verbrachten wir in Jeffreys Bay, einer Surferhochburg mit Unmengen von Billabong, Roxy etc. Outletshops (die aber leider nur noch eine halbe Stunde offen hatten als wir ankamen, also nichts mit groß shoppen). Am nächsten Tag waren wir in der offiziell schönsten Stadt Südafrikas. Knysna liegt an einer Lagune eingerahmt von einer Bergekette und bringt die wahrscheinlich teuersten Grundstücke neben Camps Bay und Somerset West (bei Kapstadt).
Wir waren dann nachmittags noch auf einer Elefantenfarm, wo man Touch and Feed machen konnte, was wir aber wieder ausgelassen haben, und abends in der Myoli Beach Lagoon schnorcheln und danach einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen (Madame hat natürlich ihre Kamera vergessen...) Am nächsten Tag ging es dann schon wieder zurück nach Kapstadt!
Eine Bilderserie von der Tour findet sich hier :)
Montag, 11. Februar 2013
Festive Season in Cape Town
Der Dezember begann erstmal mit der Feststellung, dass bei um die 30°C kaum Weihnachtsstimmung aufkommt. Es ist einfach zu warm!:) Am Freitag vor Agnes Rückflug haben wir Anna, Ronja und Martine besucht, die auch hier in Grassy Park wohnen. Martine hat von ihrer Mama aus Norwegen ein Lebkuchenmännchen-Bastelset bekommen… es war so cool in diese Küche reinzukommen und die drei saßen da in ihrer Weihnachtswerkstatt :D Am nächsten Abend haben wir Agnes dann zum Flughafen gebracht und am ersten Advent bin ich in die Stadt gefahren, um mich dort mit den Mädels zum Festive Lights Switch on zu treffen. Das war der Hammer! Die großen Straßen waren alle für Umzüge am Abend gesperrt, die ganze Stadt war voll mit Leuten… Zuerst haben wir uns einfach auf der Grand Parade (dem größten Platz vor dem Rathaus) hingehockt und ich hab noch ein bisschen Urlaubsplanung mit Saskia betrieben:) Ich hab sie eine Woche vorher kennengelernt und sie war genau wie ich auf der Suche nach jemandem, um für ein paar Tage ein Auto auszuleihen und an der Garden Route entlang zu fahren. Auf dem Platz war eine Bühne mit ein paar Bands, gegen Abend war der ganze Platz voll mit tausenden von Leuten – und alle am feiern! Ich hätte ja gedacht dass eine Steigerung kaum mehr möglich ist, aber als es gegen neun einen Countdown gab (alle am mitschreien natürlich) und alle Lichter der Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt auf einmal angingen – nebst Feuerwerk- , waren wirklich alle am ausrasten und tanzen:D Sowas hab ich noch nicht erlebt…aber typisch Südafrika eben:) Danach gab es einen Umzug, der irgendwie an Karneval in Rio erinnert hat, und nebenbei wurde der Tafelberg noch zu einem der neuen sieben Weltwunder erklärt;)
Dienstag, 15. Januar 2013
I'm still alive!
Hej ihr Lieben!
Ich habe mich wirklich lange nicht gemeldet... aber keine Nachrichten sind ja bekanntlich gute Nachrichten! Ich erzähle mal ein bisschen was ich so gemacht habe in den letzten zwei Monaten...Es ist viel passiert:)
November
Am ersten Freitag hab ich mir vom Projekt freigenommen und Anne und ich sind mit dem Zug nach Simons Town, einer kleinen Küstenstadt am False Bay, gefahren. Dort sind wir ein bisschen durch die Gegend gebummelt, haben wahnsinnig süße Laeden entdeckt und ein paar Mitbringsel geshoppt, und auf dem Rückweg sind wir auf der Hälfte der Strecke in Kalk Bay ausgestiegen und den restlichen Weg bis nach Muizenberg am Meer entlang gelaufen. Dann haben wir noch Cupcakes für den Geburtstag von Agnes aus Norwegen (die an dem Tag neu zu uns in die Familie kam) gekauft, leider hat sich nur später herausgestellt dass wir uns um eine Woche vertan hatten :) Seit der Weiterfahrt im Zug an dem Abend hatte ich leider erstmal für eine Weile keine Kamera mehr weil sie mir durchs Fenster aus dem fahrenden Zug geklaut wurde... ich hab mir aber Mitte Dezember selber ein Weihnachtsgeschenk gemacht und mir eine neue gekauft, die eigentlich ziemlich günstig war und von der ich absolut begeistert bin! Vielleicht hatte es daher doch ein gutes, denn mit der anderen war ich schon lange nicht mehr zufrieden... die Rückerstattung von meiner Versicherung war jedoch leider ernüchternd;)
Am nächsten Wochenende haben wir uns mit Cecile getroffen, der Freundin meiner Chefin, die uns nach Stellenbosch auf ihre Wine Farm eingeladen hat. Ihre Familie hat ein total süßes Haus mit einer Menge Hunden inmitten von Weinfeldern:) Wir sind mit ihr ein bisschen durch die Gegend gefahren und haben nochmal Fairview, der Farm auf der ich auch schon bei der Western Cape Tour war, einen Besuch abgestattet... also cheese tasting again:) wir haben dann für den Abend Käse und Ciabatta (das war so lecker) aus dem Farmladen mitgenommen und sind zu Freunden von Cecile gefahren um zu braaien und DAS Rugbyspiel anzuschauen. Rugby ist ja so etwa das Fußball der Südafrikaner und wird dementsprechend zelebriert:) Einer der Jungs hat mir die Regeln erklärt, aber ich hab die Hälfte schon wieder vergessen. Wir waren übrigens kaum zur Tür rein, als wir schon auf deutsch begrüßt wurden weil eben dieser Freund von Cecile ein Jahr in der Schweiz verbracht hatte;) Schwitzerdütsch konnte er aber noch besser als Hochdeutsch und das war ziemlich witzig...ich muss aber zugeben, dass ich davon so gut wie kein Wort verstanden habe:) Am nächsten Morgen hat uns unser Gastvater (nachdem Anne und ich dem riesigen Food Lovers Market einen Besuch abgestattet haben, wo wir natürlich sehr gut aufgehoben waren:)...) zusammen mit Agnes, Marie und Anna in Stellenbosch abgeholt und zum Bloubergstrand gefahren. Das ist ein Surferstrand etwas außerhalb von Kapstadt mit wunderschönem Postkartenblick auf den Tafelberg. Wir sind ein paar Stunden einfach nur am Strand langgelaufen, haben ganz viele Bilder gemacht und am Abend im Moyo's gegessen, einem Zulurestaurant:) war echt toll da... jeder Besucher der wollte bekam ein face painting mit weißer Farbe:) An ihrem vorletzten Wochenende hat Anne eine Safaritour gemacht, ich war am Samstagvormittag im Internetcafe und abends mit Amelie in einem kurdischen Restaurant am Green Market Square und dann im Penthouse auf einer Party auf der Dachterasse. Am nächsten Morgen hab ich mich mit den Mädels in Muizenberg getroffen, wo ein riesiger Flohmarkt in der Nähe vom Strand war, auf dem man wirklich so gut wie alles kaufen konnte! (Natürlich auch wieder ne Menge Essen:D)
In der Woche darauf wurde dann beim Monitoring das Hippo in S2 (so heißt der so ziemlich größte pan) gesichtet und daraufhin haben wir mit ungefähr 40 Helfern aus den umliegenden Reserves den gesamten See eingezäunt. Fun part: als wir gegen zehn Uhr abends gerade fertig waren und ein letztes Mal entlang einer Zaunseite gelaufen sind, tauchte das Hippo auf einmal direkt neben uns im See auf... leider nur auf der falschen Seite vom Zaun. Also war alles umsonst...:D Auf einer Seite vom Zaun wurde der Draht dann wieder abgenommen damit das Hippo dort vielleicht wieder reinläuft... Was ohne Erfolg blieb, dafür konnten wir es zwei Wochen später (diesmal aber ohne Hilfe von außerhalb und einer weiteren Nachtschicht, diesmal bis elf Uhr) in einem anderen pan mit eher provisorischen Mittel einzäunen... allerdings war auch das von kurzer Dauer, weil irgendwelche Leute illegalerweise mit ihren Quads durchs Reserve und durch den Zaun gefahren sind, die verantwortlichen Ranger nicht zur Stelle waren und Bilbo wieder gemütlich aus seinem Teich herausspazieren konnte... Hippo gone again.
Das letzte Novemberwochenende war dann Annes letztes in Südafrika, deshalb haben wir nochmal eine Menge tolle Sachen gemacht... Am Samstag waren wir zuerst in der Old Biscuit Mill (was tatsächlich eine alte Keksfabrik ist) auf dem Neighbourgood Food Market. Jeder der mir davon erzählt hat, meinte man sollte am besten drei Tage vorher nichts essen was ich im Nachhinein sehr gut verstehen kann:) dort gibt es nämlich einfach alles und man kann an so gut wie jedem Stand in zwei großen Hallen etwas probieren... Schokolade, getrocknete Früchte, Pesto, Oliven, Brot,... es gab sogar Poffertjes:) danach sind wir nach Kapstadt gefahren und waren noch ein bisschen auf dem Green Market Square (Souvenirs shoppen und schön Preise runterhandeln) und anschließend im Mama Africa, einem der berühmtesten Restaurants auf der Longstreet in dem immer Livemusik ist und man Kudu, Strauß, Krokodil und so was probieren kann. Wir waren nur leider immer noch so satt von der Old Biscuit Mill und außerdem knapp bei Kasse, sodass es nur für Salat und tja... Spinatpfannkuchen gereicht hat:D Abends waren wir in einem Club im 31. Stock eines Hochhauses mit hammer Aussicht auf das nächtliche Kapstadt:) Nach ziemlich wenig Schlaf sind wir dann am nächsten Morgen zu einer Townshiptour aufgebrochen, die Anne gerne noch machen wollte. Teil davon war ein Besuch im Mzolis, einem bekannten Townshiprestaurant, das ursprünglich mal eine butchery (eine Art Metzgerei) war. Das funktioniert da folgendermaßen: man kauft Fleisch, lässt es von den Leuten dort auf dem braai grillen, bekommt einen der zahlreichen Tische unter einer großen Plane, packt seine mitgebrachten Getränke aus (in unserem Fall ein Sixer pro Person, die unsere Tourguides für uns eingekauft hatten...:D) und wenn das Essen - bestehend aus einem riesigen Teller Fleisch mit braai-Sauce und einem weiteren riesigen Teller Pap, einer Art Maisbrei - dann nach einer Weile auf dem Tisch steht, wird nach Township-Art gegessen. Wer braucht schon Teller oder Besteck wenn es genauso gut mit den Händen funktioniert?:) Danach waren wir jedenfalls pap(p)satt...! Die Townshiptour war letztendlich leider nicht so das Wahre verglichen mit der anderen, die ich schonmal gemacht hatte, weil die Gegenden größtenteils so aussahen wie bei uns in Grassy Park und wir eigentlich gerne näher zu den shacks (den Wellblechhütten in den ärmsten Gegenden) gekommen wären. Trotzdem haben wir ein paar interessante Sachen von unserem Tourguide erfahren.
Am nächsten Morgen mussten Anne und ich uns dann verabschieden was natürlich alles andere als leichtgefallen ist... aber wir werden uns in Deutschland mal wieder sehen wenn ich zurück bin!
In dieser Woche habe ich mich auf ewige Zeit im Reserve verewigt, indem ich zwei Tage lang ein großes Tor mit gelber Farbe gestrichen habe - angemalte Haare sowie eine Woche lang gelbliche Arme inklusive:D Das Resultat wäre sicher besser gewesen wenn der hier im Frühsommer immerwährende Wind (teilweise bis 40kmh) nicht gewesen wäre;)
An einem weiteren Tag in dieser Woche war Erica, unsere Chefin, nicht da und meinte, wie könnten den Tag gemütlich angehen lassen. Was wir drei wörtlich genommen und letztendlich fast vier Stunden gepicknickt haben - man beachte die zahlreichen Bestandteile des Vespers auf den Bildern...
Alles in allem also ein schöner und ereignisreicher zweiter Monat in Südafrika...
Bericht über den gar nicht winterlichen Dezember kommt auch bald!:)
Alles Liebe,
Kirsten