Montag, 11. Februar 2013

Festive Season in Cape Town

Dezember

Der Dezember begann erstmal mit der Feststellung, dass bei um die 30°C kaum Weihnachtsstimmung aufkommt. Es ist einfach zu warm!:) Am Freitag vor Agnes Rückflug haben wir Anna, Ronja und Martine besucht, die auch hier in Grassy Park wohnen. Martine hat von ihrer Mama aus Norwegen ein Lebkuchenmännchen-Bastelset bekommen… es war so cool in diese Küche reinzukommen und die drei saßen da in ihrer Weihnachtswerkstatt :D Am nächsten Abend haben wir Agnes dann zum Flughafen gebracht und am ersten Advent bin ich in die Stadt gefahren, um mich dort mit den Mädels zum Festive Lights Switch on zu treffen. Das war der Hammer! Die großen Straßen waren alle für Umzüge am Abend gesperrt, die ganze Stadt war voll mit Leuten… Zuerst haben wir uns einfach auf der Grand Parade (dem größten Platz vor dem Rathaus) hingehockt und ich hab noch ein bisschen Urlaubsplanung mit Saskia betrieben:) Ich hab sie eine Woche vorher kennengelernt und sie war genau wie ich auf der Suche nach jemandem, um für ein paar Tage ein Auto auszuleihen und an der Garden Route entlang zu fahren. Auf dem Platz war eine Bühne mit ein paar Bands, gegen Abend war der ganze Platz voll mit tausenden von Leuten  – und alle am feiern! Ich hätte ja gedacht dass eine Steigerung kaum mehr möglich ist, aber als es gegen neun einen Countdown gab (alle am mitschreien natürlich) und alle Lichter der Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt auf einmal angingen – nebst Feuerwerk- , waren wirklich alle am ausrasten und tanzen:D Sowas hab ich noch nicht erlebt…aber typisch Südafrika eben:) Danach gab es einen Umzug, der irgendwie an Karneval in Rio erinnert hat, und nebenbei wurde der Tafelberg noch zu einem der neuen sieben Weltwunder erklärt;)

In der Woche darauf waren Marie und Anna zum Essen da (und wie einige vor ihnen völlig überwältigt von Faaidahs Unmengen an Essen), wir haben endlich unsere „Uniform“ bekommen (ein T-Shirt, ein Polo und ein Pulli mit City of Cape Town Nature Conservation-Logo – so richtig passt mir nur der Pulli, alles andere ist bisschen groß - was Flo schon zu unkontrolliertem Einlass in ein Casino und allgemein zur Steigerung des Ansehens beim Rumlaufen in Grassy Park geführt hat:D) und am Nikolaustag habe ich mir freigenommen, um die Mission Visum verlängern anzugehen… Nachdem ich von so gut wie jedem, der sich das Kapstädter Home Affairs schon gegeben hat, vorgewarnt wurde (Anne hat neun Stunden dort verbracht…), war ich ziemlich überrascht schon nach zwei Stunden das Haus wieder verlassen zu können. Und das obwohl ich sämtliche Formulare nochmal ausfüllen musste, weil mein blauer Kuli ja nicht akzeptiert wird ne;) Nebenbei hab ich noch Anna und Stella dort getroffen, und Anna ist es zu verdanken dass ich den Kopierraum für meinen Formularstapel gefunden hab (dahin kommt man nämlich nur durch eine Garage…). Am zweiten Dezemberwochenende war ich dann zum ersten Mal in Muizenberg surfen mit David und den Zwillingen, Max und Jo…war ziemlich cool auch wenn ich nur eine Welle richtig gestanden hab. Abends waren Marie, Anna, Stella und ich feiern; am nächsten Morgen waren wir mit Saskia beim Red Bull Flugtag (wo es darum geht, sich irgendein Fluggerät zu bauen und soweit wie möglich von einer Rampe zu „fliegen“ – oder im Wasser zu landen) an der waterfront – war ganz cool auch wenn wir nicht sehr viel gesehen haben:D In dem neu umgebauten Food Court haben wir eine Bayrische Bäckerei gefunden (Laugenweckle!!) und ich habe ein Weihnachtspaket an meine Lieben geschickt, mit Strauß-Biltong (ein Snack aus getrockneten Fleischstreifen) und südafrikanischer Schokolade:P Danach war wieder mal Urlaubsplanung angesagt, mit McFlurry im Mc natürlich (ich weiß nicht wie viele McFlurries ich hier schon geholt hab um das WiFi benutzen zu können xD) und so langsam nahm die Route und sogar die Auswahl der Backpackers Formen an:)
In der darauffolgenden Woche hat mir Bronwen, die die in Rondevlei wohnhaften Tiere füttert, mir gezeigt, wie wir Curdy, einen Adler mit lahmem Flügel,  die zwei Schlangen, zwei Kröten, eine komische (Unter-)Wasserschildkröte und die Mäuse (die ihrerseits an die Schlangen verfüttert werden) versorgen müssen während sie im Urlaub in Nigeria sein würde. Es war echt witzig jeden Morgen erst mal Regenwürmer in den Mund einer Kröte zu stopfen (die wegen einem gebrochenen Kiefer nicht mehr selber futtern kann…) und hat beim ersten Mal zugegebenermaßen etwas Überwindung gekostet… Am nächsten Tag haben Bronwen und ich dann noch Kükenvorrat für Curdy in Paarl geholt, was einen kleinen Roadtrip bedeutet hat weil wir etwa eine Stunde fahren mussten. Leider waren die totgeglaubten Küken aus der chicken farm trotz der Fahrt auf der glühend heißen Bakkieladefläche bei Ankunft im Nature Reserve auf einmal alle quicklebendig … sie sind trotzdem bei Curdy gelandet. Einen Tag war ich dann auch mal Office Lady und habe Sadieka, die Sekretärin, vertreten…ziemlich witzig da dauernd Leute anriefen die sich über die Mückenplage in Zeekoevlei beschwert haben :D An einem Abend habe ich noch Anna besucht und endlich Plätzchen gebacken – Vanillekipferl (die richtig gut geworden und hier als horse shoes bekannt sind), Bärentatzen (die etwas weniger gut, da etwas zu dunkel geworden sind, was durch ein bisschen mehr Schokolade ausgeglichen wurde) und Ausstecherle in Herzform, von Anna mit Marmelade gefüllt:)
Im Reserve war dann am nächsten Tag komplett Hippo watching angesagt weil Bilbo tags zuvor mal wieder irgendwo aufgetaucht war…nochmal hat er uns den Gefallen nicht getan, ich hatte am Ende des Tages knallrote Beine, nen leichten Sonnenstich und etwas seltsames Verhalten … Flo fand mich glaube ich sehr witzig als ich irgendwann mit nem Lachflash aufm Boden lag… dafür hat Erica uns Oreo Crusher vorbeigebracht;) Die Woche darauf haben wir noch einen Night Drive durchs Reserve gemacht, bei dem eine festgelegte Route abgefahren wird und alle Tiere aufgeschrieben werden die einem dabei so über den Weg laufen (das war meine Aufgabe und ich konnte gemütlich im Bakkie vorne sitzen, während Flo und David mit Scheinwerfern hinten drauf standen und Ausschau halten mussten). Gesichtet: ein paar Springboks und Daykas, Otter, Water Mangoose und ein paar Eulen.
Das dritte Dezemberwochenende begann mit einer Ladies Night am Freitagabend, mit Faaidah und ihrer Mum (die auch in einem ganz kleinen Haus auf unserm Grundstück wohnt):) Bei dieser Veranstaltung, die ausschließlich Frauen vorbehalten ist, können die muslimischen Frauen und Mädchen einen Abend lang mal feiern, ohne sich über Kopftuch und lange Gewänder Gedanken machen zu müssen (Fotos waren deshalb aber nicht erlaubt...). Faaidah war wie immer der Meinung, dass ich zu kurz komme, deshalb musste ich vorher noch essen obwohl dort angekommen natürlich Unmengen an Essen auf den Tischen standen;) Es war ein toller Abend, aber frappierend zu sehen wie sich ein paar Mädels, die ich dort kennengelernt hab, nach einem Abend in Hotpants und Top wieder in Schleier verhüllten und augenblicklich viel älter aussahen…
Am nächsten Tag bin ich nach Kenilworth in eine Mall gefahren und habe mir mein Weihnachtsgeschenk, eine neue Kamera, gekauft, um die ich schon Ewigkeiten herumgestrichen bin weil Bronwen die gleiche hat… es hat sich aber absolut gelohnt und ich kann endlich wieder bessere Bilder als die mit meinem Handy machen:) Danach war ich in Camps Bay, hab mich dort nochmal mit Stella und Julia (meiner allerersten Kapstadtbegegnung ausm Schwabenländle!) die am nächsten Tag wieder nach Hause geflogen ist, getroffen und bin dann zurück nach Rondevlei zur Staff Party… Am nächsten Morgen sind Flo und ich nach Hause, haben erstmal gefrühstückt  und  ich hab mich danach wieder auf den Weg in die Stadt gemacht um mich mit ein paar Leuten in der SASTS-Lodge zu treffen und, mit Keksen vollgepackt;), den Tafelberg zu erklettern:D Domi, Paul und David haben das innerhalb von einer Stunde geschafft… Jana und ich haben es nach anderthalb Stunden Umweg und insgesamt drei Stunden später auch gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang geschafft nachdem wir uns an der einzigen Abbiegung mit riesigem Schild vor lauter Gelaber verlaufen haben :D Oben haben wurde es dann ziemlich kalt nachdem die Sonne erstmal weg war, und wir haben uns Pizza und heiße Schoki auf der Terasse vom Restaurant gegönnt:) Danach sind wir mit dem Cable Car, der Seilbahn, wieder runtergefahren und hatten einen hammer Blick auf Kapstadt bei Nacht... Am nächsten Tag war Public Holiday und Marie, Anna, Stella und ich waren nochmal surfen in Muizenberg. Weil Erica und die meisten anderen Manager im Reserve on holiday waren und David zwei Wochen frei hatte, hatten Flo und ich ne chillige Woche… und unser Freund Nizaam, der Chef von den Wasserwerken auf dem Gelände bei uns, hat uns mit cool drinks versorgt;) Eigentlich hätte ich auch die ganze Woche freigehabt, aber Erica wollte dass ich noch einen Bird Count für sie mache und ich hab noch geholfen die Tiere zu füttern, aber am Mittwoch bin ich nochmal in die Lodge gefahren und war mit Jana in Canal Walk, der größten Einkaufsmall in Afrika, shoppen;) Fühlt sich echt ein bisschen wie Dubai an dort… Donnerstags hab ich dann auch nur einen halben Tag gemacht und bin nach dem Tiere füttern in Rondevlei und einer Stunde mit Marc, dem Gate Guy, reden nach Hause um schön ins Internetcafe gehen zu können:D Am Freitag hat Saskia mich dann im Projekt besucht und wir haben nebenbei noch ein Auto für unsere Tour gebucht, leider hatten wir seit diesem Tag eine Schlange weniger weil der Skaapsteker (so heißt das Viech) leider an Altersschwäche gestorben ist. Der restliche Tag war wieder mal gechillt und bestand größtenteils aus Konversation mit Nizaam:D Den Abend waren wir in der Sastslodge, das Wochenende hab ich mit Saskia verbracht: Zuerst haben wir ihre Freundin Carine aus Kamerun, die in Kapstadt Medizin studiert, bei Mugg&Bean in der waterfront getroffen (ich hab sogar ein Weihnachtsgeschenk von ihr bekommen:)), danach haben wir selber Weihnachtsgeschenke für unser Fest gekauft. Die Nacht haben wir in Saskias Wohnung in ihrem Projekt in Bellville verbracht, eigentlich wollten wir noch Pizza liefern lassen was aber leider nicht geklappt hat, dafür begann der nächste Morgen aber mit Pool und einem hammermäßigen Frühstück:) Carine haben wir dann gleich nochmal getroffen und bei ihr in ihrer winzigen Wohnung zwei Sorten Plätzchen und Marmorkuchen gebacken weil sie das alles von uns lernen wollte (ich glaube sie hat noch nie vorher irgendetwas gebacken) … beziehungsweise es begonnen, denn letztendlich wurde es so spät dass ich Panik bekommen habe wir würden es nicht mehr vorm Dunkelwerden nach Hause schaffen (war nicht die beste Gegend da) und einfach die rohen Plätzchen eingepackt und bis Mitternacht zu Hause fertig gebacken und mit Schokolade verziert hab :D Mein Weihnachten begann dann mit (endlich gelungenen!) Bärentatzen und wieder Unmengen an Vanillekipferln in Faaidahs Küche:) Am nächsten Tag mussten wir halbtags nochmal ins Projekt und haben Molly, der übriggebliebenen Mole Snake, als Weihnachtsgeschenk erst mal eine Maus vorgesetzt und danach in Scott und Shannons (leergeräumten) Haus Last Christmas aufgedreht:D  Saskia war für den Weihnachtsabend und den fünfundzwanzigsten (an dem hier das eigentliche Weihnachten stattfindet) bei June und ich bei Amelie eingeladen, die beide in Mitchells Plain wohnen, Mahavia (mein Gastvater) hat mich, nachdem ich mir viel Mühe gegeben hab Olivenhandcreme und Pistazienschokolade plus ein Kilo Plätzchen einzupacken, nachmittags zu June gefahren wo ich alle anderen getroffen hab und wir erstmal schwäbische Weihnachten zelebriert haben:) Das war der Wahnsinn, letztendlich gab es tatsächlich Schupfnudeln mit Würstchen und Sauerkraut aus dem German Supermarket und - meine nicht mitgerechnet - wieder Riesentellern an Plätzchen, deutsche Weihnachtslieder singen mit Junes Gastfamilie inklusive:) Mein Weihnachtsgeschenk waren zwei Packungen Toffifee, worüber ich mich total gefreut hab weil die hier echt teuer sind;) Später hat Amelies Hostmum uns für den Gottesdienst abgeholt, der mit Worten nicht zu beschreiben ist… es wurde gesungen, geschrien, halb in Trance getanzt, geweint… der Service ging drei Stunden bis nach Mitternacht und wir vier deutschen Mädels wurden bestimmt dreimal in der Predigt erwähnt und in der Gemeinde begrüßt:D Danach bin ich bei Amelies Gasteltern todmüde ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen haben Amelie und ich noch mit Zutaten von Faaidah einen Nachtisch vorbereitet und sind dann zur Verwandtschaft nach Kuilsrivier gefahren. Dort hat sich die ganze Familie getroffen und geredet, es gab drei tolle Buffets (davon zwei mit Dessert bzw. Kuchen…) und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Abends sind wir Mädels alle zu Sassi nach Bellville gefahren worden und sind dort unterm Sternenhimmel im Pool geschwommen, danach gabs Tea Time mit Kerzenlicht und Plätzchen wobei doch nochmal ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkam, und dann haben wir ein Matratzenlager in Saskias Wohnzimmer gebaut:D Am nächsten Morgen waren wir erstmal bei PicknPay für ein Brunch einkaufen und haben uns auf den Weg zu den Bellville Pools, einem Freibad, gemacht…war auch mal ne interessante Erfahrung im Schwimmerbecken so gut wie alleine zu sein, weil hier kaum jemand richtig schwimmen kann! Dank unserem Freund Nizaam haben wir nur halben Eintritt bezahlt…ich konnte es ja fast nicht glauben als der Gute vor mir stand und meinte er arbeite hier für den Tag:D Wir hatten einen entspannten Tag dort und abends bin ich wieder nach Grassy Park gefahren. Am nächsten Abend kam June zu mir um am darauffolgenden Tag auch mal das Reserve sehen zu können (was letztendlich bei KFC essen und danach wieder mal vom Nichtstun ausruhen und mit Nizaam reden bedeutete…); abends wollten wir zwei eigentlich bei Vollmond auf den Lions Head, aber da ich mal wieder einen – diesmal richtigen – Sonnenstich hatte wurde daraus nichts…also haben wir einen chilligen Abend in der SASTS-Lodge verbracht. Am nächsten Tag ging es dann, nach Vorräteeinkaufen, mit Jana, David, Paul, Max und Tim zu einem dreitägigen Dubstep und Trance-Festival … es war echt der hammer dort (trotz vergessenem Ausweis, den 300 Rand die mir geklaut wurden und der Tatsache, dass meine Kreditkarte bei Saskia war…) und am Silvesterabend kamen sogar noch Scott und Flo mit Freunden vorbei. Insgesamt waren es unvergessliche Tage und das neue Jahr hat genauso gut angefangen, wie das alte aufgehört hat:)

1 Kommentar:

  1. ich hoff mal dass du die sonnenstiche unbeschadet überstanden hast :D hört sich einfach unglaublich spannend an, was du da erzählst. komm schnell wieder :*

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